26.08.2026 / Alexander Eichenlaub

Wildes Leben: Tierfotografie-Tipps aus der Praxis

Tipps & Tricks

Welches Objektiv eignet sich für die Tierfotografie? Natur- und Tierfotograf Alexander Eichenlaub setzt bei seinen Begegnungen in der Wildnis auf das TAMRON 150–500mm F/5–6.7 Di III VC VXD. Hier verrät er seine wichtigsten Tierfotografie-Tipps und erklärt, worauf es bei eindrucksvollen Wildlife-Aufnahmen wirklich ankommt.

Hoffentlich ist die Wathose dicht, denkt sich Alexander Eichenlaub. Das Wasser, in das der Niedersachse mit jedem seiner Schritte tiefer eintaucht, hat gerade einmal zwölf Grad. Noch dazu saugt der schlammige Boden an seinen Gummistiefeln wie ein neugieriger Oktopus.

Gleich hat Eichenlaub die perfekte Position erreicht. Nur die Schultern und der Kopf schauen noch aus dem See heraus. Er legt die Arme nach vorn, richtet seine Kamera mit dem TAMRON 150–500mm F/5–6.7 Di III VC VXD unmittelbar über der Wasseroberfläche aus – und wartet.

Geduld gehört zu den wichtigsten Tierfotografie-Tipps
150-500mm bei 500 mm | F/8 | 1/400 s | ISO 2500

Geduld gehört zu den wichtigsten Tierfotografie-Tipps

Tiere entdeckt Eichenlaub zunächst nicht. Sie hingegen haben ihn längst erspäht. Genau das fasziniert ihn an der Wildlife-Fotografie.

„Erst wartest du eine gefühlte Ewigkeit, bis die Tiere ihre Scheu verlieren und selbst neugierig werden. Dann muss es oft schnell gehen. Schließlich weißt du nie, wann das Rehkitz wieder im Unterholz verschwindet oder die Blaumeise davonfliegt“, sagt der gelernte Förster.

Wer Tiere fotografieren möchte, braucht deshalb vor allem Geduld. Statt einem Motiv hinterherzulaufen, beobachtet Eichenlaub zunächst sein Verhalten: Welche Wege nutzt das Tier? Wo sucht es nach Nahrung? Wann hält es inne? Wer solche Abläufe erkennt, kann eine passende Position wählen und ist vorbereitet, bevor der entscheidende Moment eintritt.

Ebenso wichtig ist es, ausreichend Abstand zu halten. Das schützt nicht nur die Tiere, sondern führt häufig auch zu natürlicheren Bildern. Fühlt sich ein Tier unbeobachtet, zeigt es eher sein typisches Verhalten – und genau daraus entstehen authentische Wildlife-Aufnahmen.

Im See wird gerade eine Stockente neugierig. Eichenlaub wittert seine Chance. Zwar ist das 150–500mm kompakt gebaut und mit rund 1.700 Gramm für seine Brennweitenklasse vergleichsweise leicht, doch der Fotograf steht bereits seit mehreren Minuten regungslos im Wasser.

Seine Atmung ist ruhig, die Hände sind still. Bloß keine Wellen verursachen. Die Ente mit ihrem smaragdgrünen Kopf schwimmt direkt auf ihn zu. Komposition finden, Schärfe setzen, auslösen.

Fotograf und Fährtenleser

Der Wald ist inzwischen ein zweites Zuhause für Alexander Eichenlaub. Durch seinen Beruf als Förster hat er eine besondere Beziehung zur Natur – und einen besonderen Blick.

Wenn er mit seiner Kamera durch den Wald streift, sind seine Sinne geschärft für Details, die andere vermutlich übersehen würden: das Rascheln der Blätter, das Zwitschern einer Blaumeise oder der verborgene Eingang eines Fuchsbaus. Der Niedersachse ist Fotograf und Fährtenleser zugleich.

Für Eichenlaub beginnt Tierfotografie deshalb lange vor dem ersten Foto. Wer Spuren lesen, Geräusche einordnen und Veränderungen in der Umgebung wahrnehmen kann, entdeckt Motive früher. Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell möglichst viele Tiere zu fotografieren. Entscheidend ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein – und sich dort möglichst unauffällig zu verhalten.

Tierfotografie: Welches Objektiv ist geeignet?
150-500mm bei 500 mm | F/6.7 | 1/640 s | ISO 2500

Tierfotografie: Welches Objektiv ist geeignet?

Wer in die Tierfotografie einsteigen möchte, stellt sich häufig die Frage: Welches Objektiv eignet sich für Tiere in freier Wildbahn?

In vielen Situationen ist ein Teleobjektiv oder Telezoom die beste Wahl. Eine lange Brennweite ermöglicht es, Tiere aus respektvoller Entfernung zu fotografieren und dennoch formatfüllend abzubilden. Besonders flexibel sind Zoomobjektive, weil sich der Bildausschnitt schnell anpassen lässt, ohne den eigenen Standort zu verändern.

„Da Tierfotografie in freier Wildbahn oft aus der Ferne geschieht, ist das 150–500mm F/5–6.7 Di III VC VXD meine erste Wahl, wenn ich auf Fotopirsch gehe“, sagt Eichenlaub.

Der große Zoombereich bietet ihm verschiedene Möglichkeiten: Bei 150 mm kann er das Tier gemeinsam mit seiner Umgebung zeigen oder ein bewegtes Motiv leichter im Sucher finden. Anschließend lässt sich bis auf 500 mm heranzoomen, um das Tier größer abzubilden und Details wie Fell, Federn oder Augen hervorzuheben.

Gerade bei scheuen Wildtieren ist diese Reichweite ein wichtiger Vorteil. Eichenlaub muss sich ihnen nicht unnötig nähern und kann trotzdem intensive Aufnahmen gestalten. Der schnelle VXD-Autofokus unterstützt ihn dabei, auch spontane Bewegungen zuverlässig einzufangen. Die VC-Bildstabilisierung hilft insbesondere bei Aufnahmen aus der Hand und bei langen Brennweiten.

Bei der Wahl eines Objektivs für die Tierfotografie kommt es daher vor allem auf folgende Eigenschaften an:

  • eine ausreichend lange Brennweite für scheue oder weit entfernte Tiere,

  • einen schnellen und präzisen Autofokus,

  • eine wirksame Bildstabilisierung,

  • ein gut ausbalanciertes Gewicht,

  • einen flexiblen Zoombereich für unterschiedliche Bildausschnitte.

Welche Brennweite ideal ist, hängt auch vom Motiv ab. Große oder wenig scheue Tiere lassen sich häufig bereits mit mittleren Telebrennweiten fotografieren. Für kleine Vögel, Tiere auf offenen Flächen oder besonders scheue Wildtiere sind dagegen 400 bis 500 mm oft hilfreich.

Auf Augenhöhe fotografieren
150-500mm bei 500 mm | F/6.7 | 1/320 s | ISO 400

Auf Augenhöhe fotografieren

Die niedrige Perspektive im See ist kein Zufall. Wer Tiere auf Augenhöhe fotografiert, schafft häufig eine unmittelbarere Verbindung zwischen Motiv und Betrachter. Gleichzeitig wird der Hintergrund aus einer flachen Position ruhiger und verschwommener, sodass sich das Tier deutlicher vom Umfeld abhebt.

Diese Perspektive verlangt allerdings Einsatz. Manchmal bedeutet sie, sich in feuchtes Gras zu legen, im Schlamm zu knien oder – wie Eichenlaub – mit der Wathose in einen kalten See zu steigen.

Dabei gilt immer: Das Wohl des Tieres hat Vorrang vor dem Bild. Brutplätze, Rückzugsorte und geschützte Bereiche sollten nicht betreten werden. Zeigt ein Tier Anzeichen von Stress oder verändert sein Verhalten deutlich, ist es Zeit, sich zurückzuziehen.

Kameraeinstellungen für die Tierfotografie
150-500mm bei 393 mm | F/6 | 1/1250 s | ISO 3200

Kameraeinstellungen für die Tierfotografie

Wildtiere sind selten berechenbar. Selbst ein Tier, das gerade noch ruhig sitzt, kann im nächsten Moment loslaufen oder davonfliegen. Deshalb arbeitet Eichenlaub mit Einstellungen, die ihm eine schnelle Reaktion ermöglichen.

Für bewegte Tiere empfiehlt sich der kontinuierliche Autofokus – je nach Kamerasystem als AF-C oder AI Servo bezeichnet. Erkennt die Kamera Tieraugen, kann die entsprechende Motiverkennung zusätzlich helfen. Entscheidend bleibt jedoch, den Fokus möglichst auf das Auge beziehungsweise den Kopf des Tieres zu legen.

Eine kurze Verschlusszeit verhindert Bewegungsunschärfe. Als Ausgangspunkt können folgende Werte dienen:

  • etwa 1/500 Sekunde für ruhige oder langsam laufende Tiere,

  • etwa 1/1.000 Sekunde für schnelle Bewegungen,

  • etwa 1/2.000 Sekunde oder kürzer für Vögel im Flug.

Diese Werte sind keine festen Regeln. Brennweite, Licht, Entfernung und Bewegungsgeschwindigkeit entscheiden darüber, welche Einstellung tatsächlich benötigt wird. Eine offene oder leicht abgeblendete Blende hilft dabei, kurze Verschlusszeiten zu erreichen und das Tier vom Hintergrund zu lösen.

Praktisch ist außerdem die ISO-Automatik. So kann die Verschlusszeit festgelegt werden, während die Kamera die Lichtempfindlichkeit an wechselnde Bedingungen anpasst. Der Serienbildmodus erhöht die Chance, bei einer schnellen Bewegung genau den richtigen Moment zu erwischen.

Stabil fotografieren – auch mit langer Brennweite

Je länger die Brennweite, desto stärker werden kleine Bewegungen der Kamera im Sucher sichtbar. Eine ruhige Haltung ist deshalb besonders wichtig. Eichenlaub stützt seine Arme nach Möglichkeit ab und hält die Kamera nah am Körper. Die Bildstabilisierung des Objektivs unterstützt ihn bei Aufnahmen aus der Hand.

Bei längeren Beobachtungszeiten können ein Einbeinstativ, ein stabiles Dreibeinstativ oder ein Bohnensack die Arbeit erleichtern. Sie entlasten die Arme und helfen dabei, den gewählten Bildausschnitt über einen längeren Zeitraum beizubehalten.

Trotzdem sollte die Kamera stets einsatzbereit bleiben. In der Tierfotografie entscheidet manchmal nur ein Augenblick darüber, ob eine Aufnahme gelingt.

Nicht nur Tiere abbilden, sondern Geschichten erzählen
150-500mm bei 500 mm | F/6.7 | 1/500 s | ISO 1600

Nicht nur Tiere abbilden, sondern Geschichten erzählen

Glücklicherweise sind einige von Eichenlaubs Models eher behäbig. Chamäleon, Nashorn oder Schildkröte lassen ihm mehr Zeit für eine sorgfältige Bildgestaltung.

Doch auch bei ruhigen Tieren geht es ihm nicht nur darum, ein technisch einwandfreies Porträt aufzunehmen. Die Umgebung kann einen wichtigen Teil der Geschichte erzählen. Ein weiter Bildausschnitt zeigt den Lebensraum des Tieres, während eine lange Brennweite Details und einzelne Verhaltensweisen hervorhebt.

Blickrichtung, Licht, Hintergrund und Perspektive entscheiden darüber, wie ein Bild wirkt. Schaut ein Tier nach links, lässt Eichenlaub in dieser Richtung möglichst etwas Raum. Äste, Blätter oder Gräser dürfen bewusst in die Komposition einbezogen werden. Sie geben dem Foto Tiefe und vermitteln den Eindruck, als würde der Betrachter selbst aus einem Versteck heraus beobachten.

Die flexible Brennweite des 150–500mm F/5–6.7 Di III VC VXD hilft ihm dabei, schnell zwischen einem Tierporträt und einer Aufnahme mit mehr Umgebung zu wechseln.

Tierfotografie als Beitrag zum Naturschutz

Für Alexander Eichenlaub ist Tierfotografie mehr als die Suche nach einem spektakulären Motiv. Seine Bilder sollen nicht nur zeigen, wie Tiere aussehen. Sie sollen erzählen, wie sie leben und warum ihre Lebensräume schützenswert sind.

„Ich hoffe, mit meinen Fotos einen Beitrag für den Schutz der Natur zu leisten. Die Leute sollen sehen, wie unfassbar schön – aber auch fragil – unsere Tierwelt ist. Und dass wir alles dafür tun müssen, diese Welt zu erhalten.“

Vielleicht ist das der wichtigste aller Tierfotografie-Tipps: Erst beobachten, dann fotografieren – und der Natur stets mit Respekt begegnen.

Über den Autor: Alexander Eichenlaub

Alexander Eichenlaub, Jahrgang 1989, wuchs in Eckernförde an der Ostsee auf. Sein Vater war Förster, so dass er schon in jungen Jahren viel draußen unterwegs war und eine große Liebe zur Natur entwickelte. So war es nur folgerichtig, dass er sich als Fotograf auch auf die Themen Landschaft und Tierwelt spezialisiert hat.

Erfahre mehr über den Autor bei:

Diesen Artikel teilen:


In diesem Beitrag erwähnte TAMRON-Produkte

Vollformat
Tele
Tiere, Sport
Sofort verfügbar
Niedrigster Preis der letzten 30 Tage: ab 1.199,00 €
Zum Produkt
Zahlungsmethoden
PayPalVisaMastercardSofortTARGOBANK

Besuche uns bei


Kontakt

Zentrale: +49 221 / 66 95 44-0
Technischer Service: +49 221 / 66 95 44-135
E-Mail: info(at)tamron.de

Wir sind Montag bis Donnerstag von 8:30 bis 17:00 Uhr und Freitag von 8:30 bis 15:30 Uhr telefonisch für dich erreichbar.

TAMRON

Copyright 2026 - TAMRON Europe GmbH