02.11.2026

Missouri fotografieren: Zwei Perspektiven zwischen Route 66 und Ozarks

Stories

Light & Motion by deuter geht weiter

Nach der Mitternachtssonne Lapplands führt die nächste Reise mitten in die USA. In Missouri treffen weite Naturlandschaften auf kleine Städte, beeindruckende Höhlen auf große Architektur und historische Straßen auf Geschichten, die bis heute weitererzählt werden.

Für die nächste Ausgabe von Light & Motion by deuter waren Jochen Manz und Long-Nong Huang erneut mit Equipment von deuter und TAMRON unterwegs. Bereits in Levi hatten sie gezeigt, wie unterschiedlich Fotografen dieselbe Destination wahrnehmen. In Missouri setzen sie diese gemeinsame Reise fort – mit neuen Motiven und zwei ganz eigenen Blickwinkeln.

Zwischen Natur, Architektur und amerikanischem Alltag

Missouri bietet auf einer Reise sehr unterschiedliche fotografische Situationen: Beim Wandern durch die Ozarks öffnet sich der Blick auf weite Landschaften. In den Fantastic Caverns richtet er sich auf die Formen und Dimensionen einer Tropfsteinhöhle. In St. Louis führt er am Gateway Arch steil nach oben. Und entlang der Route 66 lohnt es sich, langsamer zu werden und die Orte zwischen den großen Sehenswürdigkeiten wahrzunehmen.

Für Long und Jochen liegt gerade in diesem Wechsel der Reiz. Mal bestimmt die Größe eines Ortes das Bild, mal ein Detail am Straßenrand. Mal bleibt Zeit, eine Perspektive bewusst zu suchen, mal entsteht ein Motiv innerhalb weniger Sekunden.


Long-Nong Huang: Weite. Nähe. Spontane Momente.
TAMRON 28-75mm G2 | 37mm | F/2.8 |1/200s

Long-Nong Huang: Weite. Nähe. Spontane Momente.

FOTOGRAFEN-PORTRÄT

Long-Nong Huang beschreibt Missouri als ein Reiseziel voller Kontraste. Besonders die Verbindung aus Natur und den Orten entlang der Route 66 ist ihm in Erinnerung geblieben:

„Einerseits gibt es die weiten Naturlandschaften der Ozarks, in denen man stundenlang wandern und beeindruckende, versteckte Höhlen entdecken kann. Andererseits sind da die kleinen Städte und die klassischen Orte entlang der Route 66, die einen Einblick in die Vergangenheit geben.“

Sein Objektiv-Setup sollte dieser Vielfalt gerecht werden. Auf der Reise hatte Long vier TAMRON-Zoomobjektive dabei:

  • TAMRON 16–30mm F2.8

  • TAMRON 12–20mm F2.8

  • TAMRON 28–75mm F2.8

  • TAMRON 25–200mm F2.8–5.6

Dabei hatte jedes Objektiv eine eigene Aufgabe – auch dort, wo sich die Brennweitenbereiche überschnitten.

Zwei Weitwinkel, unterschiedliche Aufgaben

Das 16–30mm F2.8 gehört für Long zur vertrauten Reiseausrüstung. Er nutzt es vor allem für weite Landschaftsaufnahmen, bei denen die Umgebung Raum erhalten soll.

Das 12–20mm F2.8 ergänzt diesen Bereich für Situationen, in denen er besonders nah an einem großen Motiv steht oder nur wenig Platz hat, um zurückzugehen. Genau diese Bedingungen fand er in Missouri gleich mehrfach vor.

Seine Auswahl zeigt, wie unterschiedlich sich Weitwinkelobjektive auf Reisen einsetzen lassen: für den offenen Blick über eine Landschaft ebenso wie für eine Aufnahme mitten im Raum.

Fantastic Caverns: Mit 12 mm die Größe einer Höhle zeigen
TAMRON 12-20mm | 12mm | F/2.8 |1/25s

Fantastic Caverns: Mit 12 mm die Größe einer Höhle zeigen

In den Fantastic Caverns stand Long vor der Aufgabe, die räumliche Wirkung der Tropfsteinhöhle einzufangen. Einzelne Formationen lassen sich als Details fotografieren. Soll dagegen ein Eindruck vom gesamten Höhlenraum entstehen, braucht es einen entsprechend großen Bildwinkel.

Hier setzte Long das 12–20mm F2.8 am kurzen Ende ein:

„Mit 12mm lässt sich dort das Gefühl für die Größe und die Räumlichkeit der Höhle besonders gut einfangen.“

Die kurze Brennweite erlaubt es, nahe Felsformationen und weiter entfernte Teile der Höhle gemeinsam in die Komposition einzubeziehen. So entsteht ein Bild, das dem Betrachter Orientierung im Raum gibt und seine Tiefe sichtbar macht.

Gateway Arch: Große Architektur aus nächster Nähe
TAMRON 12-20mm | 12mm | F/7.1 |1/160s

Gateway Arch: Große Architektur aus nächster Nähe

Auch am Gateway Arch in St. Louis nutzte Long die 12 mm. Statt das Monument ausschließlich aus großer Entfernung zu fotografieren, suchte er Perspektiven direkt am Bauwerk.

Gerade aus der Nähe verändert sich die Wirkung: Die Linien führen steil nach oben, der Bogen spannt sich durch das Bild und seine Dimension wird durch den gewählten Standpunkt besonders deutlich.

„Gerade aus nächster Nähe entstehen hier die dramatischsten Perspektiven.“

Für die Architekturfotografie ist das ein bewusster gestalterischer Ansatz. Neben einer Gesamtansicht, die Form und Umgebung zeigt, kann eine Aufnahme aus unmittelbarer Nähe vor allem das Gefühl vermitteln, selbst vor dem Bauwerk zu stehen.

Entlang der Route 66: Ein Standardzoom für die Motive unterwegs
TAMRON 28-75mm G2 | 61mm | F/2.8 |1/320s

Entlang der Route 66: Ein Standardzoom für die Motive unterwegs

Bei den Stopps entlang der Route 66 und in den Städten griff Long häufig zu seinem vertrauten 28–75mm F2.8. Es deckt den Bereich ab, in dem viele seiner Reiseaufnahmen entstehen.

Am kurzen Ende bleibt genügend Umgebung im Bild, um einen Ort zu erzählen. Mit längeren Brennweiten kann er einzelne Motive stärker herauslösen und den Ausschnitt enger fassen.

Long nutzt das Objektiv besonders dann, wenn er aus etwas Entfernung fotografiert und eine ruhigere, kompaktere Bildwirkung sucht, ohne direkt zu einem Telezoom zu greifen. Für seine Reisefotografie ist es damit ein vielseitiges Werkzeug zwischen Übersicht und Detail.

Auf dem Wasser: Von 25 auf 200 mm in wenigen Sekunden
TAMRON 12-20mm | 12mm | F/9 |1/250s

Auf dem Wasser: Von 25 auf 200 mm in wenigen Sekunden

Eine Veränderung gab es bei Longs längeren Brennweiten. Anstelle seines üblichen 70–180mm F2.8 nahm er dieses Mal das 25–200mm F2.8–5.6 mit.

Die Überschneidung mit seinem Standardzoom war für ihn kein Nachteil. Er setzte das Objektiv entweder auf seiner zweiten Kamera zum Filmen ein oder nutzte bei Bedarf den Telebereich.

Wie hilfreich diese Flexibilität sein kann, zeigte sich während einer Kanufahrt durch die Ozarks. Zunächst fotografierte Long bei 25 mm die Landschaft und das Kanu. Als sich in der Ferne ein Adler zeigte, konnte er innerhalb weniger Sekunden auf 200 mm wechseln.

„Ohne ständig das Objektiv wechseln zu müssen, kann ich schnell auf unterschiedliche Situationen reagieren.“

Gerade auf dem Wasser ist dieser Spielraum wertvoll. Aus einer weit gefassten Reiseszene wird mit einer Drehung am Zoomring ein enger Ausschnitt eines entfernten Motivs. Die Ausrüstung folgt der Situation – auch dann, wenn sie sich ungeplant verändert.


Jochen Manz: Begegnungen. Architektur. Entschleunigung.
TAMRON 28-75mm G2 | 43mm | F/2.8 |1/160s

Jochen Manz: Begegnungen. Architektur. Entschleunigung.

FOTOGRAFEN-PORTRÄT

Jochen Manz hat Missouri vor allem als Gelegenheit erlebt, die USA jenseits der bekannten Metropolen kennenzulernen. Wer New York und San Francisco bereits gesehen hat, findet hier aus seiner Sicht einen anderen Zugang zum Land: über kleinere Orte, Natur und Begegnungen unterwegs.

In seinen Reiseeindrücken stehen die Gastfreundschaft entlang der Strecke, die Landschaft der Ozarks und die Atmosphäre der Route 66 im Mittelpunkt. Besonders überrascht hat ihn jedoch ein Bauwerk: der Gateway Arch in St. Louis.

Auf der Reise hatte Jochen zwei TAMRON-Zoomobjektive dabei, beide mit Nikon Z-Anschluss:

  • TAMRON 16–30mm F2.8 G2

  • TAMRON 35–150mm F2–2.8

Vom weiten Blick bis zum nahen Detail

Mit diesen beiden Objektiven deckte Jochens Ausrüstung unterschiedliche Aufgaben der Reisefotografie ab. Das 16–30mm F2.8 G2 bietet einen weiten Bildwinkel für Landschaften, Architektur und Aufnahmen, bei denen die Umgebung einen wichtigen Teil der Geschichte erzählt. Gerade bei Motiven wie dem Gateway Arch oder den Landschaften der Ozarks eröffnet dieser Brennweitenbereich viel gestalterischen Spielraum.

Das 35–150mm F2–2.8 ergänzt das Weitwinkel um einen Bereich, der von Umgebungsporträts bis zu engeren Ausschnitten entfernter Motive reicht. Bei 35 mm lassen sich Menschen zusammen mit ihrem Umfeld zeigen. Mit längeren Brennweiten können einzelne Personen, Details und Situationen stärker in den Mittelpunkt rücken.

Die Kombination passt damit zu einer Reise, bei der weite Landschaften, große Bauwerke und alltägliche Begegnungen unmittelbar aufeinanderfolgen.

Gateway Arch: Ein Monument, das vor Ort überrascht
TAMRON 35-150mm 2-2.8 | 48mm | F/4.5 |1/12500s | ISO 320

Gateway Arch: Ein Monument, das vor Ort überrascht

Der Gateway Arch in St. Louis beeindruckte Jochen deutlich stärker, als er vor der Reise erwartet hatte. Ihn beschäftigten sowohl die klare architektonische Form als auch die technische Leistung hinter dem Bau.

Entworfen wurde der Bogen vom Architekten Eero Saarinen, errichtet zwischen 1963 und 1965. Mit seiner Höhe von rund 192 Metern prägt er das Stadtbild von St. Louis.

Während Long in seinem Statement vor allem die fotografischen Möglichkeiten aus nächster Nähe beschreibt, betont Jochen die Wirkung des Bauwerks als Ganzes. Für ihn wurde der Besuch zu einer der besonderen Erfahrungen der Reise.

Darin liegt auch ein Reiz der Reisefotografie: Ein bekanntes Motiv kann vor Ort eine ganz andere Bedeutung bekommen, als Bilder und Beschreibungen zuvor erwarten ließen.

Route 66: Zeit für die Geschichten am Wegesrand
TAMRON 35-150mm 2-2.8 | 59mm | F/2.8 |1/320 | ISO 800

Route 66: Zeit für die Geschichten am Wegesrand

Die Route 66 verbindet Jochen mit Nostalgie, amerikanischen Dinern, Natur und großer Gastfreundschaft. Sie zu bereisen bedeutet für ihn vor allem, das Tempo zu reduzieren.

2026 feiert die Route 66 ihr hundertjähriges Bestehen. Springfield in Missouri gilt als ihr Geburtsort: Von hier wurde 1926 die Bezeichnung „66“ für die geplante Straßenverbindung vorgeschlagen.

Für einen fotografischen Reisebericht bietet diese historische Kulisse mehr als bekannte Straßenmotive. Auch die Zwischenstopps gehören dazu: die Orte, an denen man eine Pause macht, die Menschen, denen man begegnet, und die Details, die unterwegs Aufmerksamkeit wecken.

Jochens Schilderung vermittelt genau dieses Reisegefühl. Die Route wird zum Anlass, genauer hinzusehen und sich Zeit für die Umgebung zu nehmen.

Die Ozarks: Raum für Natur und einen anderen Rhythmus
TAMRON 16-30mm G2 | 48mm | F/5.6 |1/640s | ISO 800

Die Ozarks: Raum für Natur und einen anderen Rhythmus

Neben Architektur und Straßenkultur sind Jochen besonders die Ozarks in Erinnerung geblieben. Die Landschaft und die Möglichkeiten zum Wandern und Fischen bilden für ihn einen wesentlichen Teil von Missouris Reiz.

Er empfand die Region als angenehm wenig überlaufen. In seinen Erzählungen entsteht das Bild einer Reise, die Raum zum Entdecken lässt – ohne dass jeder Tag von einer Folge großer Sehenswürdigkeiten bestimmt werden muss.

Für die Fotografie eröffnet dieser ruhigere Rhythmus die Möglichkeit, länger an einem Ort zu bleiben, einen anderen Standpunkt auszuprobieren oder auf eine Situation zu warten. Nicht jedes Bild muss unterwegs im Vorbeigehen entstehen.


Zwei Fotografen – zwei Blickwinkel auf Missouri

Long erzählt von Missouri anhand konkreter Aufnahmesituationen: von der räumlichen Wirkung einer Höhle bei 12 mm, vom Gateway Arch aus nächster Nähe und vom schnellen Wechsel zwischen Landschaft und Tiermotiv während einer Kanufahrt.

Jochen beschreibt, was die Reise bei ihm hinterlassen hat: die überraschende Wirkung großer Architektur, die Gastfreundschaft entlang der Route 66 und die Ruhe der Ozarks.

Beide Perspektiven ergänzen sich. Sie zeigen Missouri als einen Ort, der sich über Landschaften und Sehenswürdigkeiten erschließt, aber ebenso über die Zeit dazwischen.

Damit setzt sich die Idee von Light & Motion by deuter fort: Gemeinsam unterwegs zu sein bedeutet nicht, mit denselben Bildern zurückzukehren. Entscheidend ist, was jedem Einzelnen auffällt – und wie daraus eine eigene Geschichte entsteht.

Entdecke auch die erste Reise: Drei Fotografen, drei Perspektiven, eine Reise nach Levi

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