Mathias Pfützner – Sportfotografie: Stand-up-Paddling auf dem Eibsee

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Tamron Creativity Contest 2021

Mathias Pfützner – Sportfotografie: Stand-up-Paddling auf dem Eibsee

Als leidenschaftlicher Outdoorsport-Fotograf hat Mathias ein Shooting auf dem Eibsee in Bayern realisiert. Vor spektakulärer Bergkulisse hat er eine SUP-Fahrerin ausdruckstark in Szene gesetzt.

Mathias, bevor wir über deine Bildserie sprechen, bitte stell dich kurz vor!

Mathias Pfützner: Hallo, ich bin Mathias Pfützner, 33 Jahre alt und wohne in Augsburg. Ich bin seit über zwanzig Jahren begeisterter Sportler und verbinde diese Leidenschaft heute mit meinem Job als Fotograf und Videograf. So wie ich früher Leistungssport betrieben habe, verstehe ich heute die Sportfotografie: eiserner Wille, gute Planung und Improvisationstalent helfen auf jeden Fall dabei, gute Bilder aufzunehmen.

Welche Idee steckt hinter deinen Fotos für den Tamron Creativity Contest?

Das Ziel war es, eine Stand-up-Paddlerin in einer natürlichen Umgebung in Szene zu setzen. Die Bilder sollten den hohen Erlebnisfaktor des Stand-up-Paddling zeigen. Dazu setzen wir mehrere Motive mit verschiedenen Einstellungsgrößen um. Als Location haben wir den Eibsee in Bayern ausgewählt, den ich schon von vorherigen Shootings kannte und der von einer großartigen Bergkulisse umgeben ist. Hier gibt es viele Möglichkeiten, unterschiedliche Perspektiven umzusetzen.

 

70mm | F/2.8 | 1/500s | ISO 100

Wie lief die Planung für den Shooting-Tag?

Model und Location waren schnell gefunden. Doch der kalte Frühling hat es uns nicht gerade einfach gemacht, den perfekten Zeitpunkt für die Aufnahmen zu finden. Für den Shooting-Tag waren Kälte und Schnee vorhergesagt. Doch ich wusste, dass das Wetter in den Bergen schwer vorherzusagen ist, und habe deshalb ein gewisses Risiko in Kauf genommen. Und wir hatten Glück: Das Wetter hätte für die Aufnahmen kaum besser sein können. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Was hättest du gemacht, wenn die Sonne nicht geschienen hätte?

Selbstverständlich hatte ich einen Plan B. Bei Wolken hätte ich mit Blitzlicht gearbeitet, um die gewünschte Atmosphäre zu erreichen. Auch hatte ich zusätzliche Outfits und heiße Getränke für das Model dabei. Am Ende waren die Bedingungen jedoch ideal: Das helle, klare Sonnenlicht sorgte für leuchtende Farben und kräftige Kontraste. Vor allem das Wasser hat durch die Sonneneinstrahlung an Tiefe gewonnen.

 

144mm | F/2.8 | 1/640s | ISO 50

Täuscht der Eindruck oder hast du tatsächlich bei hoch stehender Sonne fotografiert?

Das ist richtig! Die Bilder sind tatsächlich in der Mittagszeit entstanden, die in der Landschaftsfotografie meist vermieden werden. Ich wollte aber genau diesen harten Look, der gut zur Sportfotografie passt. Bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang gelingen sicherlich auch sehr stimmungsvolle Bilder, die das Naturerlebnis vermitteln. Aber mir ging es darum, den Sport in den Mittelpunkt zu stellen.

Worauf hast du beim Shooting besonders geachtet?

Abgesehen davon, dass ich meine Motivliste mit Wide-Shots, Medium-Shots, Close-ups und Detailaufnahmen abgearbeitet habe, lag mein Augenmerk vor allem auf dem Licht. Die hoch stehende Sonne führt schnell zu unschönen Schatten in den Augen, die ich unbedingt vermeiden wollte. Geachtet habe ich daher verstärkt auf den Standpunkt und die Pose des Models. Schon vermeintlich kleine Veränderungen, etwa der Blickrichtung oder des Standpunkts, können ein Bild entscheidend verbessern.

 

92mm | F/2.8 | 1/1000s | ISO 100

Welche Tipps hast du für andere Fotograf·innen, die in der Outdoor-Sportfotografie aktiv werden wollen?

Gute Vorbereitung ist alles! Du brauchst einen Plan, aber du musst vor Ort absolut flexibel reagieren können. Das gilt nicht nur für die Motive oder die Technik, sondern auch für die Organisation. Vermeintliche Kleinigkeiten, wie eine Thermoskanne mit heißem Tee oder ein zweites Paar Socken, können dazu beitragen, ein Shooting erfolgreich zu machen.

Ich selbst versuche immer, sämtliche Möglichkeiten einer Location auszureizen. Ich probiere unterschiedliche Perspektiven aus, fotografiere aus erhöhter Position und aus Bodennähe. Bei der Bildkomposition achte ich darauf, auch den Vordergrund einzubeziehen. So entsteht eine Vielzahl von Bildern, die jedes für sich eine weitere Facette des Motivs zeigen und es mir später ermöglichen, die beste Auswahl zu treffen.

Wie lief der Drehtag für dich?

Selbst vor der Kamera zu stehen, war eine ungewohnte Situation für mich. Beim Shooting habe ich dann allerdings schnell in meinen Rhythmus gefunden. Insgesamt war es eine sehr interessante Erfahrung. Ein großes Dankeschön an das Tamron-Team!

 

70mm | F/2.8 | 1/1000s | ISO 50

Wie war das Tamron 70-180mm F/2.8 Di III VXD in der Praxis?

Der Brennweiten-Bereich ist mir vertraut, da der Großteil meiner Bilder mit lichtstarken Tele-Zooms entsteht. Ich war angenehm überrascht, wie viel leichter das Tamron-Modell ist. Es bringt fast die Hälfte weniger Gewicht auf die Waage als das vergleichbare Objektiv, mit dem ich bislang gearbeitet habe. Als Sportfotograf bin ich viel outdoor unterwegs und muss mich immer wieder schnell an neue Gegebenheiten anpassen. Leichtes Gepäck hilft hierbei.

Wie hast du mit den unterschiedlichen Brennweiten gearbeitet?

Im Vorfeld hatte ich mir Gedanken dazu gemacht, wie ich für das visuelle Storytelling möglichst den gesamten Zoom-Bereich ausnutzen kann. Der Plan war, möglichst viel zu variieren, um verschiedene Facetten des Sports zu zeigen. Besonders häufig habe ich dabei die kürzeste Tele-Brennweite 70mm genutzt – zum Beispiel für Übersichtsaufnahmen, die die Dimensionen zwischen der Paddlerin und den Bergen verdeutlichen, oder auch für die Porträts der Sportlerin auf dem Brett. Die längeren Tele-Brennweiten zwischen 135mm und 180mm sind perfekt zum Freistellen von Details oder wenn der Aufnahmeabstand mal etwas größer sein muss, was beim Sport ja häufig der Fall ist.

Welchen Platz wird das 70-180mm F/2.8 in deiner Fototasche einnehmen?

Das 70-180mm F/2.8 bekommt wohl einen Stammplatz in der Tasche, auch wenn es diesen vermutlich nur selten ausfüllt, da ich es oft an der Kamera nutzen werde. Der Brennweitenbereich, das geringe Gewicht und die hohe Abbildungsleistung sind einfach eine überzeugende Kombination für die Outdoor-Sportfotografie.

70mm | F/2.8 | 1/1250s | ISO 50

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