
24.03.2025 / Long-Nong Huang
Alpine Abenteuer in Makro
Alpine Abenteuer in Makro
Von Jenn Gidman
Bilder von Long-Nong Huang
Mit dem TAMRON 90mm F/2.8 hält Long-Nong Huang die feinen Details der Natur fest – ob tief im Wald oder im kontrollierten Licht seines Studios.
Wenn Long-Nong Huang während seines Studiums eine Pause vom Alltag brauchte, zog es ihn raus in die Natur. Von Freiburg aus ging es oft über die Grenze in die Schweiz – zu langen Wanderungen durch die Alpenlandschaft, weit weg vom Trubel. „Damals fing ich an, meine Fotos auf Instagram zu posten und erste Videos zu drehen“, erzählt er. „Irgendwann habe ich meinen Job als Eventmanager an den Nagel gehängt und mich voll und ganz der Fotografie gewidmet.“ Heute ist Long als Outdoor- und Reisefotograf unterwegs, dreht Videos und gibt Workshops für TAMRON Deutschland.
Wenn er nicht gerade auf Reisen oder in der Natur unterwegs ist, liebt er es, mit neuen fotografischen Stilen zu experimentieren – zum Beispiel in der Makrofotografie. Mit dem TAMRON 90mm F/2.8 Di III MACRO VXD für sein spiegelloses Sony-Kamerasystem rückt er die kleinen Dinge des Lebens ganz groß ins Bild. „Den Fokus bei Makroaufnahmen punktgenau zu setzen, ist eine echte Herausforderung“, sagt er. „Und auch das Licht spielt eine riesige Rolle – zu hartes Licht kann ein gutes Foto sofort ruinieren.“ Im Studio greift Long deshalb zu Softboxen und Videoleuchten, draußen hilft er sich mit einer kleinen LED und einem Stück Alufolie, um das vorhandene Licht optimal zu lenken.
Mit seiner Lichtstärke von F/2.8, einer Naheinstellgrenze von 23 cm und einem Abbildungsmaßstab von 1:1 bietet das neue TAMRON 90mm F/2.8 perfekte Voraussetzungen für detailverliebte Aufnahmen. „Früher hätte ich bei bewegten Motiven wie Insekten niemals den Autofokus benutzt – der war einfach zu langsam“, sagt Long. „Aber diese neue Version des Objektivs arbeitet super mit meiner Sony zusammen. Der Autofokus ist schnell, präzise und hilft mir, auch die flüchtigsten Momente einzufangen.“
Wie Long dabei vorgeht und welche Tricks er beim Fotografieren seiner Motive anwendet, erfährst du weiter unten im Artikel. Lass dich inspirieren!

An einem stürmischen Tag war ich im Wald unterwegs, eigentlich auf der Suche nach Pilzen – und stieß dabei ganz zufällig auf ein anderes Motiv: einen halb zerbrochenen Löwenzahn. Ich leuchtete ihn mit meiner Taschenlampe von oben aus und fotografierte senkrecht von oben nach unten. So verschwand der grasige Hintergrund komplett im Schwarz – fast wie bei einer Studioaufnahme.

Diesen Kaktus habe ich im Studio fotografiert – gekauft hatte ich ihn in einem Pflanzenladen, in dem ich gefühlt ewig unterwegs war. Die Mitarbeitenden dort dachten wahrscheinlich, ich sei komplett kaktusverrückt. Am Ende landeten ein gutes Dutzend Pflanzen in meinem Korb, aber dieser hier war mein Favorit: spannende, sich wiederholende Strukturen und feine rote Details an den winzigen Stielen.

Diese Pflanze ist ein perfektes Beispiel dafür, wie nah Ordnung und Chaos in der Natur beieinanderliegen. Auf den ersten Blick wirkt sie fast symmetrisch – schaut man aber genauer hin, erkennt man, dass ihr Aufbau ziemlich zufällig ist. Genau dieses Spannungsfeld fand ich spannend. Ein paar Tropfen Glyzerin haben die Struktur zusätzlich betont und die Details noch plastischer hervorgehoben.

Für dieses Bild wollte ich abstrakte Formen und lebendige Farbverläufe erzeugen. Dafür habe ich Acryltinte ins Wasser getropft – die Farben sinken unterschiedlich schnell und bilden dabei faszinierende, kaum vorhersehbare Wolken. Der Schlüssel liegt in der Farbauswahl: Komplementärfarben sorgen für spannende Kontraste. Und: einfach drauflos fotografieren! Je mehr Aufnahmen, desto größer die Chance, später beim Sichten den perfekten Moment zu erwischen.

Für ein weiteres abstraktes Motiv habe ich eine flache Schale mit Milch gefüllt und sie mit Acrylfarbe, Pflanzenöl und Spülmittel kombiniert. Das Ergebnis: farbige Strudel, Blasen und tolle Strukturen mit richtig viel Tiefe. Mit Blende F/6.3 konnte ich die ganze Szene durchgängig scharf halten – und genau hier zeigt das TAMRON 90mm F/2.8, was es draufhat: unglaubliche Detailtreue bis in die kleinsten Farbpunkte.

Pilze sind fotografisch gar nicht so leicht in Szene zu setzen – ihnen fehlt oft der klare Fokuspunkt, wie man ihn zum Beispiel bei Blumen hat. Ich stoße unterwegs auch regelmäßig auf Steinpilze: super zum Kochen, aber einfach zu groß für spannende Makrobilder. In solchen Fällen arbeite ich gern mit Focus Stacking. Dabei nehme ich mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Schärfeebenen auf – so kann ich später die Version auswählen, bei der alles Wichtige perfekt im Fokus liegt.

Das hier waren die kleinsten Pilze, die ich je fotografiert habe – gerade mal ein bis anderthalb Zentimeter groß. Indem ich sie auf Augenhöhe aufgenommen habe, wirken sie im Bild viel größer und eindrucksvoller, als sie es tatsächlich sind. Mit dem TAMRON 90mm F/2.8 konnte ich außerdem ganz nah an einen weiteren winzigen Pilz heran: den sogenannten Ziegenbart, der überall in deutschen Wäldern wächst und mit seiner Struktur stark an Meereskorallen erinnert.
Über den Autor: Long-Nong Huang

Long-Nong Huang ist ein deutscher Fotograf und Videograf mit Sitz in Freiburg. Seine Leidenschaft für Reisen und Natur führte ihn zu Beginn seiner fotografischen Laufbahn in den Schwarzwald sowie in die Alpenregionen der Schweiz und Österreichs. Besonders fasziniert haben ihn dabei die weiten, nordischen Landschaften, die er auf Reisen nach Island und Norwegen erkundete. Parallel dazu studierte er Marketing und war vier Jahre lang als Eventmanager tätig. Nach und nach wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und arbeitet heute hauptberuflich als Fotograf und Videograf. Sein Fokus liegt auf Reise- und Outdoorprojekten für Tourismusverbände und Reiseagenturen. Darüber hinaus verwirklicht er kreative Projekte wie stimmungsvolle Kurzfilme und gibt Fotografie-Workshops für TAMRON Deutschland.
In diesem Beitrag erwähnte TAMRON-Produkte
90mm F/2.8 Di III MACRO VXD
Modell F072