Britta Beutnagel – Night Walk

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Britta Beutnagel – Night Walk

Für den Tamron Creativity Contest taucht Britta Beutnagel mitten rein ins Abend- und Nachtleben, das viele von uns in den Lockdown-Monaten so vermisst hatten. Während eines Spaziergangs in der Dämmerung fotografiert sie urbane Porträts mit starken Farbakzenten.

Herzlichen Glückwunsch, Britta, zum Gewinn der Tamron Creativity Challenge. Was sagst du zu deinem Erfolg?

Vielen Dank für die Glückwünsche! Ich freue mich riesig über den Gewinn und kann es noch immer kaum fassen. Die Teilnahme am Creativity Contest hat mir einen richtigen Motivationsschub verpasst, der sicherlich noch einige Zeit anhalten wird. Auch die konstruktive Kritik der Jury bringt mich sehr weiter. Ich kann es kaum erwarten, die gewonnenen Objektive auszuprobieren und das nächste kreative Projekt anzugehen. Nochmals vielen Dank an das Tamron-Team für diese Chance und natürlich auch an meine Modelle, Aji und Niklas, die das Konzept gemeinsam mit mir umgesetzt haben.

Bitte erzähl uns kurz etwas über dich!

Ich bin 32 Jahre alt und komme aus Hannover. Ich habe Bildungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Kultur- und Medienbildung studiert und bin jetzt im wissenschaftlichen Bereich tätig. Ich habe mich schon immer für Kunst interessiert und bin in jeder freien Minute mit der Kamera unterwegs. Seit 2020 arbeite ich nebenberuflich als Porträt- und Hochzeitsfotografin. Aktuell mache ich erste Gehversuche in der Videografie.

70mm | F/2.8 | 1/100s | ISO 640

Vielen Dank. Für den Tamron Creativity Contest hast du im abendlichen Zwielicht mehrere Porträts geschaffen. Was hat es damit auf sich?

Die Idee war, mit den Bildern das Gefühl eines abendlichen Stadtspaziergangs zu wecken. Ich mag Nachtstimmung sehr: die hellen Lichter und die dunklen Schatten, die Raum für Zwischentöne lassen. Mein Ziel war es, die bunte Kioskkultur Hannovers in die Komposition einzubinden. Die farbenfrohe Neonbeleuchtung meiner Lieblingsbuden sollte die Kulisse bilden, vor der ich meine Modelle in Szene setze.

Wie viel Erfahrung hattest du mit dieser Art der Fotografie?

Was ich an der Fotografie so liebe, ist die gemeinsame Arbeit mit anderen an einem Bild. Ich war bereits vertraut im Umgang mit Personen vor der Kamera. Die meisten Aufnahmen sind bislang jedoch mit natürlichem Licht entstanden. Recht neu waren für mich also die abendlichen Porträts mit Neonlicht. Das hatte ich vor dem Contest zwar mal geübt, technisch stellt der Umgang mit Kunstlicht für mich jedoch immer eine gewisse Herausforderung dar. Aber genau das ist es ja, was ein Shooting so spannend und interessant macht. Ich habe jetzt auf jeden Fall Lust, künftig mehr mit künstlichem Licht zu arbeiten.

70mm | F/2.8 | 1/100s | ISO 640

Wie lief der Drehtag für dich?

Ich war super aufgeregt. Schon als die Nachricht kam, dass ich Finalistin bin, hatte ich richtig Herzklopfen. Die Teilnahme bedeutet mir sehr viel. Am Tag vor dem Dreh habe ich kaum ein Auge zugetan, so nervös war ich. Am Drehtag selbst war die Aufregung dann allerdings schnell verfolgen. Die ganze Atmosphäre war sehr entspannt und nett. Großes Lob an das gesamte Team – das gemeinsame Locationsscouting im Vorfeld war wie ein Ausflug mit Freund·innen.

Hast du es geschafft, alle Punkte auf deiner Liste abzuarbeiten?

Im Prinzip schon. Mit Perspektiven und Posen hätte ich jedoch flexibler umgehen können, um die Serie etwas vielfältiger zu gestalten. Für den nächsten Night Walk plane ich auf jeden Fall einige Bilder in Bewegung mit ein.

Was hast du beim Shooting gelernt?

Vor allem Licht besser „sehen“ und einschätzen zu können. Schwierige Lichtverhältnisse haben jetzt einen neuen Reiz für mich. Was kann ich beim nächsten Mal besser machen? Mehr Storytelling. Mit der Wirkung der einzelnen Fotos bin ich zwar zufrieden. Aber ich wünschte, ich hätte mehr Verbindungen geschaffen, um mit der gesamten Reihe besser eine Geschichte erzählen zu können.

 

70mm | F/2.8 | 1/100s | ISO 800

Hat das Tamron 70-180mm F/2.8 in der Praxis das geleistet, was du dir für dein Projekt vorgestellt hattest?

 

Supi dupi! Das Objektiv hat mir sehr gut gefallen. Normalerweise arbeite ich meist mit Festbrennweiten im Weitwinkel- und Standard-Bereich. Die Zoom-Funktion war daher zuerst etwas ungewohnt, aber daran habe ich mich schnell gewöhnt. Die variable Brennweite ist praktisch, da ich damit sehr einfach den optimalen Bildausschnitt wählen konnte.

Welches Feature des Objektivs hat dir am besten gefallen?

Abgesehen vom klasse Autofokus, der auch bei wenig Licht blitzschnell scharfstellt: Die Tele-Brennweite in Verbindung mit der hohen Lichtstärke hat mir richtig viel Spaß gemacht. Der engere Bildausschnitt des Tele-Zooms bewirkt eine schöne Verdichtung, die den Motiven sehr zuträglich war. Und die Bildqualität steht den Festbrennweiten in nichts nach.

Wie hast du mit den unterschiedlichen Brennweiten gearbeitet?

Während des Shootings habe ich sämtliche Einstellungen ausprobiert. In die finale Bildauswahl haben es dann jedoch nur Aufnahmen aus dem Bereich 70mm bis 93mm geschafft, der nach meinem Empfinden besonders gut für Porträts geeignet ist.

Warum?

Das Verhältnis von Modell zu Hintergrund erscheint mir in diesem gemäßigten Tele-Bereich besonders stimmig. Ich kann die Umgebung mit einbeziehen, jedoch mit der großen Blende so weichzeichnen, dass der Fokus nur auf der fotografierten Person liegt. Zudem ergibt sich durch die große Öffnung eine traumhafte Hintergrundunschärfe. Ich konnte die Modelle also sehr gut freistellen. Auch das Bokeh ist einfach großartig! Die unscharfen Lichtpunkte im Hintergrund werden wunderschön wiedergegeben.

70mm | F/2.8 | 1/100s | ISO 640

Welchen Platz wird das 170-180mm in deiner Fototasche einnehmen?

  Es kommt wahrscheinlich selten in die Tasche, sondern bleibt die meiste Zeit direkt auf der Kamera. Es eignet sich schließlich nicht nur für Porträts, sondern auch für Candid Shots bei Hochzeitsreportagen supergut.

Welche Tipps hast du für andere Fotografen, die sich von deinen Bildern inspiriert fühlen und nun ein ähnliches Projekt umsetzen wollen?

Aus technischer Sicht ist es empfehlenswert, sich zuvor mit den Lichtquellen zu befassen, die eingesetzt werden sollen. In meinem Fall waren das die LED-Stäbe. Am besten probiert ihr diese ein paar Tage vorher unter den gewünschten Lichtbedingungen aus.

Um bei der Bildschärfe keine Kompromisse zu machen, braucht es etwas Mut in Sachen High-ISO. Ich tendiere meist dazu, die ISO möglichst niedrig zu halten. Das geht bei einem Shooting in der Dämmerung jedoch nur schwer und ist bei der heutigen Kameratechnik auch nicht unbedingt nötig, denn die Bildqualität ist ja auch bei höheren ISO-Werten ziemlich gut. Trotzdem habe ich versucht, die Empfindlichkeit nicht vorschnell hochzudrehen, um eine möglichst gute Detailzeichnung in Lichtern und Schatten zu erhalten. Die meisten meiner Bilder sind daher mit ISO 640 entstanden.

Sinnvoll ist, sich vorab mit seinen Bildideen intensiv auseinanderzusetzen. Das A und O bei diesem Shooting, in dem die Umgebung eine wichtige Rolle spielt, sind natürlich die Locations. Entsprechend wichtig war das Scouting, das idealerweise unter den gleichen Lichtbedingungen wie das Shooting stattfinden sollte. Nehmt gute Freund·innen, nette Modelle oder andere Fotograf·innen zu eurem Shooting mit und macht euch einen schönen gemeinsamen Abend! Experimentiert mit den Stadtlichtern – das macht wirklich viel Spaß.

 

70mm | F/2.8 | 1/100s | ISO 640

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