Rüdiger vom Brocke - Schatten und Silhouetten einer Stadt

Diesen Beitrag teilen

Tamron Creativity Contest / Street

Rüdiger vom Brocke - Schatten und Silhouetten einer Stadt

Rüdiger vom Brocke ist 58 Jahre alt und Vater von vier Kindern. Er nutzt die Fotografie als Ausgleich, beim Fotografieren kann er abzuschalten. Der Hobbyfotograf ist Autodidakt und hat sich alles selbst angeeignet. Sein Lieblingsgenre ist die Streetfotografie und in dieser Kategorie tritt er auch beim Tamron Creativity Contest an.

Erzähle uns kurz von deinem Fotokonzept!

Mein Thema lautet “Schatten und Silhouetten”, ein Teil der Streetfotografie. Nur Street, auch in Bezug auf den Contest, wäre einfach viel zu breit gefächert… Also habe ich mich gefragt: Was kann ich machen, um das Tamron 28-200 mm F/2.8-5.6 Di II RXD mal auszuprobieren? Da kam mir die Idee mit den Silhouetten und Schatten. Ich versuche da immer auf Minimalismus zu gehen, da weniger einfach oft mehr ist. Ein weiterer Punkt, den ich da reinbringe: es sind immer Menschen in irgendeiner Form zu sehen. Ich bin da gern im öffentlichen Raum unterwegs. Das Zoomobjektiv ist praktisch, weil es hier und da Bilder gibt, die ich sonst nicht machen kann, weil meine Beine als Teleobjektiv nicht ausreichen.

Wie lief der Drehtag in Köln?

Das war positiv aufregend. Ich bin natürlich unheimlich nervös bei sowas, weil ich absolut nicht wusste, was auf mich zukommt. Meine Session war ziemlich groß, es ging über drei Stunden. Das war etwas Neues, wenn man dann auch noch Rede und Antwort stehen muss. Das mach ich auch nicht jeden Tag. Was für mich herausfordernd war, weil man redet, denkt schon an den nächsten Satz und kommt dann komplett durcheinander. Aber ich konnte mir die Selbsterkenntnis herausziehen: Mensch, hier habe ich eine Seite von mir gesehen, die ich noch nicht kannte.

Ging das mit der Streetfotografie und dem Kamerateam im Nacken?

Nein. Aber da haben wir ein Vorteil von Corona: Es war ja kaum einer unterwegs. Und es ist ja so, das hatte ich auch den Tamron-Leuten gesagt, das die finalen Bilder wahrscheinlich nicht aus dem Shootingtag heraus entstehen. Weil die Leute gucken natürlich und sind abgelenkt durch das Team und werden erst recht aufmerksam, wenn man mit drei Leuten da herumzieht. Aber an dem Tag, wo wir das gemacht haben, waren gar nicht so viele unterwegs. Nichtsdestotrotz sind bei meinen finalen Bildern aber tatsächlich 2-3 Bilder dabei, die an dem Tag entstanden sind. Auch während des Drehs.

Wie hat sich das Tamron 28-200 mm F/2.8-5.6 Di II RXD in der Praxis bewährt? Zu auffällig oder perfekt?

Ich sage mal: Man muss das Ganze sehen. Ich laufe hier auch in schwarzen Sachen rum, schwarz ist ja modern. Die Kamera ist schwarz, das Objektiv ist schwarz. Zudem mache ich viele Bilder mit dem Klappdisplay auf Brusthöhe. Das ist ein Unterschied gegenüber dem Sucher. Wenn die Leute das sehen, ist das nicht so im Kopf, dass man fotografiert. Sie denken eher: Ach, der schaut sich seine Bilder an. Ich habe das Gefühl, wenn ich mit der Kamera ans Auge gehe, dann werde ich mehr wahrgenommen. Und der Ort, wo man fotografiert ist natürlich auch wichtig. Wenn ich hier bei uns im Ort mit einer kleinen Knipse loslaufe, würde man mich sofort wahrnehmen. In Köln ist das aber völlig normal mit einer Kamera herumzulaufen. Das Tamron 28-200 mm F/2.8-5.6 Di II RXD ist eine tolle Ergänzung zu meiner bisherigen Ausrüstung.

Deine Bilder sind größtenteils Schwarzweiß. Was ist der Reiz für Dich am Monochromen?

Schwarzweiß ist für mich sehr, sehr wichtig. Ich versuche mich bei meinen Bildern immer auf das Wesentliche zu reduzieren. Vielleicht mache ich es mir auch ein bisschen einfach, wenn man es so aufrollt. Wenn ich die Farbe mit ins Spiel bringe, muss ich diese in der Bildgestaltung und im Bildaufbau mit berücksichtigen. Das beste Beispiel: ich fotografiere einen Elefanten im Zoo und da ist ein Kind mit einer roten Jacke. Wenn ich in Schwarzweiß fotografiere, kann die Jacke sogar neonfarben sein, und es interessiert mich nicht. Aber habe ich das Rot im Bild, dann wird der Elefant überhaupt nicht wahrgenommen, weil das Rot die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wenn ich Bilder mache, dann hab ich die meist nicht in Farbe im Kopf. Woher das auch immer kommt… Erfahrung, Routine…

Aber Du nimmst nicht in Schwarzweiß auf, sondern konvertierst die Bilder im Anschluss?

Genau. Aber natürlich gibt es auch Bilder, die ich auch in Farbe belasse. Sonnenuntergänge zum Beispiel. Die kann ich einfach nicht in Schwarzweiß einfangen. Das kriege ich für mich nicht zufriedenstellend umgesetzt. Aber das ist die absolute Ausnahme. Aber die Aussage ist in Schwarzweiß einfach anders. In Farbe kommt die oft nicht so rüber, wie ich mir das vorstelle.

Ähnliche Artikel