Landschaftsfotografie mit dem Tamron 10-24mm

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Landschaftsfotografie mit dem Tamron 10-24mm: unterwegs auf Traumpfaden zwischen Rhein und Mosel

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, die neue, komplett überarbeitete Version des Tamron 10-24mm Ultraweitwinkelobjektivs für APS-C-Kameras zu testen. Eine passende Tagestour war schnell gefunden. Das beste Licht zur Landschaftsfotografie herrscht um den Sonnenauf- und Sonnenuntergang herum (siehe auch mein Artikel zum Fotografieren in der goldenen und blauen Stunde), daher überlege ich mir meist schon vorher, wo ich zu dieser Zeit sein möchte und plane meine Tour entsprechend.

Der Geierlay-Brücke im Hunsrück wollte ich schon länger mal einen Besuch abstatten. Sie sollte mein Ziel zum Sonnenaufgang werden. Zum Sonnenuntergang hatte ich mir die 50km entfernte Marksburg ausgesucht. Die Zeit dazwischen wollte ich mir mit einer Wanderung durch die auf dem Weg gelegene Ehrbachklamm vertreiben.

Der Wecker klingelte bereits um 4:30 Uhr. Gegen 7 Uhr und damit pünktlich zum Beginn der blauen Stunde stand ich an der Geierlay-Brücke. Mit 360m ist sie eine der längsten Hängeseilbrücken Europas. Natürlich hat es sich mittlerweile herumgesprochen, dass bei ihrer Überquerung knapp einhundert Meter über dem Talboden ein besonderer Nervenkitzel und ein spektakulärer Ausblick warten. Am besten sollte man daher nicht nur früh aufstehen, sondern auch unter der Woche kommen, um die Brücke nicht mit hunderten Touristen teilen zu müssen. Leider hatte ich vor Ort erstmal überhaupt kein Glück mit dem Wetter. Es gab vor lauter Wolken weder den erhofften Sonnenaufgang, noch stimmungsvollen Nebel. Stattdessen lag einfach nur ein trister grauer Himmel über der Brücke, unter dem selbst die herbstlich bunten Laubbäume farblos wirkten. Als ich die Hoffnung auf Besserung schon aufgegeben und mich auf den Rückweg gemacht hatte, kam plötzlich für einen kurzen Moment die Sonne zum Vorschein. Nach einem kurzen Sprint zurück auf die Brücke (die bei sowas ganz ordentlich ins Schwanken gerät), gelang mir schließlich doch noch ein Bild, mit dem ich zufrieden war. Ich finde, dass durch den Ultraweitwinkel die Dimensionen der Brücke besonders gut zur Geltung kommen.

Das nächste Ziel meiner Tagestour sollte die Wanderung auf der „Traumschleife Ehrbachklamm“ sein. Der Ehrbach ist ein Nebenfluss der Mosel, der in seinem Mittellauf durch eine schmale Schlucht mit einigen Fallstufen verläuft. Ideal, um die Zeit bis zum Sonnenuntergang mit ein paar Langzeitbelichtungen von fließenden Gewässern zu überbrücken.

Auf dem Weg in die Schlucht begegneten mir einige Pilze und ich begann, etwas mit dem Ultraweitwinkel zu experimentieren. Man kann mit einem solchen Objektiv nicht nur Landschaften fotografieren, sondern durchaus auch Detailaufnahmen anfertigen, wenn man nahe genug an das Motiv herangeht. Durch die geringe Brennweite wird relativ viel von der Umgebung mit abgebildet, was hilft, das Hauptmotiv in einen Kontext zu setzen. Für eine interessante Perspektive lohnt es sich außerdem, mit der Kamera tief herunter bis knapp über den Boden zu gehen.

Unten in der Schlucht angekommen, boten sich am Flusslauf wie erhofft zahlreiche Gelegenheiten, um dem Wasser durch eine Langzeitbelichtung einen weichen Schleier zu verleihen. Um auf Belichtungszeiten von ca. 2s zu kommen, ohne eine überbelichtete Aufnahme zu erhalten, habe ich einen ND8-Graufilter verwendet. Dieser dunkelt das Bild um drei Blendenstufen ab und erlaubt damit eine achtfach längere Belichtungszeit. Praktischerweise kann man am Tamron 10-24 Einschraubfilter verwenden, die mit 77mm eine sehr gängige Größe aufweisen.

Nach knapp vier Stunden hatte ich die neun Kilometer lange Traumschleife (die ihren Namen übrigens völlig zu Recht trägt, wenn ihr mich fragt) durchwandert. Wer der Ehrbachklamm auch mal einen Besuch abstatten will: Weitere Infos inklusive GPS-Track gibt es unter http://www.saarhunsrueck-steig.de/traumschleifen/ehrbachklamm.

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreichte ich mein letztes Tagesziel, die Marksburg bei Braubach am Rhein. Gut erhalten thront sie auf einem Schieferkegel 160m über dem kleinen Örtchen. Abermals schwand mit Blick auf zwischenzeitlich aufgezogene Regenwolken die Hoffnung, tatsächlich einen Sonnenuntergang zu erleben. Doch wieder sollte ich Glück haben. Als ich den der Burg gegenüberliegenden Berg erklomm, klarte es immer weiter auf. Während die Regenwolken Richtung Osten davonzogen, begann der Himmel im Westen förmlich zu glühen. So gelangen mir noch einige dramatische Bilder, bevor ich mich zufrieden auf den Heimweg machte.

Das Tamron 10-24mm erwies sich auf meiner Tour als zuverlässiger Begleiter und konnte alle Erwartungen erfüllen, die ich als Landschaftsfotograf an ein Ultraweitwinkelobjektiv stelle. Tolle Schärfe mit nur geringem Randabfall, vielseitiger Brennweitenbereich, spritzwassergeschütztes Gehäuse. Dazu lassen sich problemlos Einschraubfilter verwenden und beim Fotografieren aus der Hand schützt der Bildstabilisator sehr effektiv vor Verwackelungen. Für alle Fotografen mit APS-C-Kamera eine echte Empfehlung!

Über den Autor: Daniel Wohlleben

Daniel Wohlleben lebt in Heidelberg und ist Fotograf aus Leidenschaft. Seine Motive findet er vorzugsweise in der Natur: Landschaften und Tiere haben es ihm angetan. Besonders zur Blauen und zur Goldenen Stunde, ist er rund um seinen Heimatort unterwegs auf der Suche nach Motiven. Aber auch Porträts und der urbane Raum finden den Weg in sein Portfolio.

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