Kolumbien – eine Reise
2. Fotografieren in Kolumbien
Natürlich kam beim Fotografieren der Bilder, wie schon im ersten Teil dieses Berichts erwähnt, ein Tamron Objektiv, nämlich das 18-270mm, zum Einsatz - und zwar ausschließlich. Auf Reisen nehme ich normalerweise immer ein 18-270mm mit, um auf Ausflügen, speziell mit Familie ein „All-in-one“ Zoom mit größtmöglicher Flexibilität zu haben. Dies ist schon deshalb notwendig, weil meine Familie keine Lust hat auf Papa zu warten, der mal wieder Objektive wechselt. Normalerweise habe ich allerdings trotzdem noch mindestens ein 90mm 1:1 Makro F2,8, ein 28-75mm F/2.8 und ein 70-200mm F/2,8 dabei, da ich schon mal gerne alleine sehr früh morgens ausgedehnte Exkursionen nur zum Fotografieren mache und dann die Lichtstärke dieser Objektive sehr schätze.
Bei dieser Reise war die Situation allerdings etwas anders. Kolumbien ist ein potentiell nicht ungefährliches Land, da Kriminalität, speziell in Cali, allgegenwärtig ist. Wertgegenstände sollte man als Tourist tunlichst nicht zur Schau stellen. Daher entschloss ich mich nur ein 18-270mm PZD und eine Canon 50D mit zu nehmen. Dies stellte sich als genau richtige Entscheidung heraus, da ich die Kamera in einem kleinen und unscheinbaren Rucksack verstauen konnte und nur herausholte, wenn es lohnende Motive gab. Umständlicher Objektivwechsel, der nur auffällt war nicht notwendig – Unauffälligkeit beim Fotografieren ist an potentiell gefährlichen Orten, wie in Cali, ein großes Plus des 18-270mm, das durch den riesigen Brennweitenbereich zudem so flexibel ist, dass man nichts vermisst. Die Bilder von dieser Reise sind somit alle mit diesem Objektiv entstanden.
Zunächst erkundete ich Cali und fotografierte Impressionen in den Straßen, immer auf der Hut und immer die Kamera schnell wieder weggepackt. Es gibt allerdings auch relativ sichere Stadtgebiete, wo man sich auch mal einen Augenblick Zeit für die Bildgestaltung nehmen kann. Ein Museumsbesuch im Goldmuseum schloss sich an, bei dem der VC-Bildstabilisator gute Dienste leistete.
Später wurden wir von Andrés noch auf einen Trip zu weiteren Projekten im Land eingeladen. Auf der Rundreise zur Besichtigung der Projekte, hatte ich Gelegenheit die schöne Landschaft Kolumbiens außerhalb des Molochs Cali zu bewundern. Ob bei Landschaftsaufnahmen, bei Porträts von Menschen, bei Tieren, bei Makroaufnahmen, bei Aufnahmen aus dem fahrenden Auto oder bei wenig Licht, stets bewährte sich das 18-270mm und bescherte mir eine reiche Ausbeute an brauchbaren Bildern. Da wir mit einem Jeep unterwegs waren, war sowohl der VC-Bildstabi äußerst hilfreich, als auch der neue und schnelle PZD Autofokus mit sehr präziser und schneller Fokussierung.

- Kleine Kapelle im Abendrot; F=18mm, 1/6s, f=6,3, VC eingeschaltet
Am Abend kamen wir in einem kleinen Städtchen mitten in den Anden an und stiegen im eindrucksvollen Abendlicht zu einer kleinen Kapelle hoch.
Auf der Rückfahrt fuhren wir an zwei weiteren Projekten von Andrés vorbei. Bei all seinen Projekten spielt stets der Bambus eine wichtige Rolle. So werden inzwischen Bautrupps, die in der Schule ihr Handwerk gelernt und von ihm komplett neu entwickelte Techniken im Bambusbau anwenden, in diesen Projekten eingesetzt. Beim ersten Projekt, welches sich noch in der Anfangsphase befindet, es geht um den Aufbau von Wohn- und Nutzgebäuden aus Bambus für ein landwirtschaftliches Entwicklungsprojekt. Wir landeten mitten im Dschungel der teilweise urbar gemacht wurde. Die Pflanzen- und Tierwelt in den ursprünglichen Teilen ist jedoch sehr exotisch.
Ein weiter fortgeschrittenes Projekt von Andrés besichtigten wir noch. Hierbei handelt es sich um ein Wohnheim für drogenabhängige Mädchen. Ein wichtiges Unterfangen, da das Drogenproblem im Ursprungsland des Kokains, groß ist. Bei diesem Projekt soll Mädchen eine Perspektive gegeben und ein Schutzraum gewährt werden. Das Projekt wurde von einem befreundeten Verein der Fundación Sendero de Luz initiiert. Das Team aus Lehrern, Professoren, mittelständischen Unternehmern, Therapeuten, Sozialarbeitern und Ärzten leistet hier eine beispielhafte Arbeit. Das Gebäude wurde von den Bambus-Fachleuten der Fundación Escuela para la Vida errichtet.
Nach dieser beeindruckenden Reise verbrachten wir dann noch einige Tage in Cali. Bei einem Besuch im Zoo trafen wir noch einen majestätischen Leguan, der mitten auf einem der Wege saß und sich bereitwillig fotografieren ließ. Mit diesem Bild möchte ich meinen Bericht schließen.
Die Reise hat viel Spaß gemacht und war fotografisch hochinteressant, obwohl ein gewisses Gefühl der Unsicherheit ob der hohen Kriminalitätsrate mich stets begleitete. Ich habe Menschen getroffen, die mit viel Engagement viel erreicht haben. Ich bewundere dies sehr und wünsche an dieser Stelle allen weiterhin viel Erfolg.
Das 18-270mm hat sich bestens bewährt. Sicherlich werde ich auch in Zukunft meine 2,8er Lichtstärken dabei haben, da diese einfach bei der Bildgestaltung ihre offene Blende ausspielen können, aber das 18-270mm ist in jedem Fall immer dabei.




































