In diesem Fototipp beschäftigen wir uns mit einem sehr anspruchsvollen, wie vielfältigen Thema: Der Tierfotografie. Es gibt viele bekannte Tier-Fotografen, die beeindruckende Bildwelten erschaffen haben und mit sagenhaften Geschichten über Touren in die natürlichen Lebensräume faszinierender Tiere aufwarten können. Ob Vögel, Fische oder Löwen, viele Fotografen scheuen keine Mühe die Bewohner unserer Erde in ihrer ganzen Pracht abzulichten.
Wir möchten jetzt einen kleinen Einstieg in diesen großen Bereich wagen und möchten uns damit explizit an begeisterte Amateure und Einsteiger richten.
Daher beginnen wir auch nicht in der Afrikanischen Savanne oder im Urwald auf Borneo, sondern an einem Ort, an dem wir einfach und unkompliziert Tiere beobachten und fotografieren können: Im Zoo. Dieser Ort ist, auch wenn es nicht die natürliche Lebensumgebung der Tiere ist, ideal, um sich als Einsteiger mit diesem Thema zu beschäftigen.
Zum Einstieg eine wichtiger Hinweis: Tierfotografie ist in den meisten Fällen eine Beschäftigung, die sehr viel Zeit erfordert. Da die Tiere natürlich von den Fotografen nicht platziert werden können und, wie soll es auch anders sein, immer genau dann weggucken, wenn man sie mit der Kamera anvisiert, ist Geduld und Kreativität gefragt. Während bei einem Modellshooting der Fotograf ins Geschehen eingreift und die Posen bestimmt, sind wir hier dem Tier vollkommen ausgeliefert. Aber, wie wir später sehen werden, es lohnt sich!
Aus dem oben genannten Grund sollte man eine ausgedehnte Fototour nicht mit dem sonntäglichen Familienausflug verbinden. Im besten Fall schleppt der Anhang die Kameratasche, im schlimmsten Fall…Sie wissen schon… Außerdem gibt es einen weiteren Grund, nicht grade den Sonntagmittag bei besten Wetter für einen Zoobesuch zu wählen: Die Massen, die in den Zoo strömen sind für eine ruhige Beschäftigung mit den Tieren eher hinderlich.
Ein kleiner Tipp: Informieren Sie sich vorher beim Zoo, zum Beispiel auf der Internetseite, ob und wann öffentliche Fütterungszeiten sind. Das ist meistens eine gute Gelegenheit, die Tiere in Aktion zu fotografieren.
Die Wahl der Ausrüstung
Beginnen wir nun mit der Wahl der Ausrüstung. Tierfotografen bevorzugen in der Regel lange Brennweiten. Zum einen müssen gewisse Entfernungen zum Motiv überwunden werden (Im Zoo beispielsweise der Wassergraben) und zum anderen möchten wir unseren Modellen nicht zu sehr auf die Pelle rücken. Von Tamron können wir Ihnen für diesen Zweck folgende Objektive empfehlen:
SP AF 200-500mm F/5-6.3 Di LD [ IF]
Mit diesem Objektiv halten Sie eine riesige
Brennweite in Ihren Händen. Bei Verwendung mit einer digitalen Spiegelreflexkamera mit APS-C-großem Chip erhalten Sie sogar eine äquivalente Kleinbild-
Brennweite von bis zu 775mm.
Dieses lichtstarke Objektiv zeichnet sich durch eine hervorragende Abbildungsleistung aus. Es wurde bereits in vielen Tests ausgezeichnet getestet und eignet sich aufgrund der hohen
Lichtstärke wunderbar, um beispielsweise Gegenstände, Tiere oder ähnliches freizustellen. Durch die
Blende F/2.8 erhalten Sie auch Reserven bei den Belichtung und können dadurch auch bei weniger Licht, zum Beispiel im Tierhaus, vernünftige Belichtungszeiten realisieren.
Dieses preisgünstige Tele-Objektiv bringt eine gute Qualität mit und hat darüber hinaus eine besondere Funktion. Per Umschaltung kann ein spezieller Makro-Modus verwendet werden, der einen maximalen
Abbildungsmaßstab von 1:2 bietet.
Wenn Sie flexibel bleiben möchten, können Sie selbstverständlich auch mit dem AF 28-300mm F/3.5-6.3 Di VC oder dem AF 18-270mm F/3.5-6.3 Di II VC beeindruckende Bilder erhalten. Diese Objektive eignen sich durch den riesigen Brennweitenbereich von Weitwinkel bis Tele vor allem für Familientouren im Zoo. Sie können schnell nah ranzoomen, aber auch ihre Familie in Aktion fotografieren.
Wenn Sie ein Faible für die kleinen Tiere haben und beispielsweise Schmetterlinge, Fische im Aquarium oder Eidechsen (siehe oben) fotografieren möchten, würde sich die Verwendung eines Makro-Objektives anbieten. Tamron hat hier drei sehr gute 1:1 Makro-Objektive mit verschiedenen Brennweiten im Programm:
Das brandneue SP AF60mm F/2.0 Di II, das legendäre SP AF90mm F/2.8 und das ausgezeichnete Tele-Makro SP AF180mm F/3.5.
Sie sollten auch ein Stativ einpacken. Grade bei den langen Brennweiten oder bei Makroaufnahmen ist es eine große Erleichterung.
Die Location
Auch wenn ein Zoo ideal zum Fotografieren ist, sollten Sie vorher abklären, ob das Fotografieren erlaubt ist, bzw. ob Einschränkungen bei der Veröffentlichung bestehen. In vielen Tierparks wird zum Beispiel verlangt, dass der Name des Parks genannt wird. Oft besteht auch ein Unterschied im Handling zwischen privater und kommerzieller Veröffentlichung.
Aus Rücksicht auf die Tiere verzichten Sie bitte auf die Verwendung von Blitzgeräten.
Sie können natürlich nicht nur im Zoo fotografieren. Auch im Park oder im Wald treffen Sie oft auch zahlreiche Tiere oder Sie besuchen eine Greifvogel-Vorführung. Womöglich haben Sie sogar das Glück eigene (Haus-)Tiere oder ein Aquarium bzw. Terrarium zu haben. Dann können Sie eh jederzeit experimentieren und erhalten darüber hinaus schöne Bilder ihrer liebsten Mitbewohner.
Die Bildkomposition
Die allgemein üblichen Regeln der Bildkomposition sind natürlich auch in der Tierfotografie anwendbar und sollten beachten werden: Ob Drittel-Regel, Goldenen Schnitt oder besondere Linienführung, diese Regeln sind ein guter Anhaltspunkt, um gute Kompositionen aufzubauen.
Probieren Sie ruhig etwas herum: Sie können die Interaktion der Tiere untereinander in einem Gruppenbild festhalten oder einzelne Tiere gezielt portraitieren. Im Prinzip können Sie viele Tiere so fotografieren, wie Sie auch andere Menschen fotografieren würden.
Die richtige Perspektive
Ein besonderes Augenmerk sollte auf der Perspektive liegen. Versuchen Sie auf Augenhöhe der Tiere zu gelangen oder fotografieren Sie sogar aus einer Froschperspektive. Dies ist wahrscheinlich nicht in allen Fällen möglich, aber Sie können die Proportionen und die Wirkung Ihres Motivs betonen und verstärken.
