Fototipp: On the Road
Ein Kurztrip von Las Vegas zum Bryce Canyon
Was kann man nach drei stressigen Messetagen auf USAs größter Photomesse, der PMA in Las Vegas anstellen? Die Antwort: Man geht raus und testet ausgiebig das Equipment, das drei Tage lang zwar schön anzusehen, aber nahezu ungenutzt in den Vitrinen stand. Also entschlossen wir uns dazu, die nähere Umgebung von Las Vegas in Augenschein zu nehmen, zwei unserer neuesten Objektive, das 10-24mm und das 18-270mm einzupacken und auf Fototour in Richtung Bryce Canyon zu gehen.
Wir machten uns am Freitagmorgen auf den Weg und nahmen den Highway 15 Richtung Nordosten. Das Wetter - bis dato gut.
Die ersten Bilder schoss ich aus dem fahrenden Auto und machte hier sofort die Erfahrung, dass das mit unserem bildstabilisierten 18-270mm hervorragend gelingt. Durch die Bildstabilisierung werden kleinere Erschütterungen hervorragend ausgeglichen. Natürlich funktioniert das nicht off-road oder bei Schlaglöchern, aber normale Vibrationen steckt das Objektiv sehr gut weg.
Hier einige Tipps beim Fotografieren aus dem fahrenden Auto:
- entweder die Scheibe runterkurbeln und aus dem offenen Fenster fotografieren oder das Objektiv mit der Hand so abschatten, das durch die geschlossene Scheibe keine Spiegelungen entstehen.
- Immer mit einem Auge schon die kommenden Motive vorausschauend beobachten und im Kopf ein kommendes Bild entstehen lassen. Hier muss man ein bisschen üben, da die Geschwindigkeit, mit der die Motive vorbeiziehen, recht hoch sein kann.
- Die Kamera auf nachführenden Autofokus stellen, da sich die Entfernung zum Motiv recht schnell ändert.
Das Wetter war strahlend, als wir den Red Canyon erreichten und die wunderschönen roten Felsen vor blauem Himmel beeindruckten uns enorm. Die ersten Aufnahmen mit dem 10-24mm entstanden und hier erwies sich der enorme
Bildwinkel der Szenerie als echter Glücksfall. Bei der Aufnahme wurden ungewöhnliche Perspektiven möglich und wir konnten der Kreativität richtig freien Lauf lassen.
Tipp: Motive im Vordergrund bei extremen Weitwinkelaufnahmen erzeugen eine Perspektive, die den Betrachter regelrecht in das Bild saugt. Auf Linien achten, die das Auge leiten können.
Wir erreichten den Bryce Canyon am späten Nachmittag, also zu einer Zeit zu der das Licht ideal zum Fotografieren ist. Den Eintritt von 25 $ für den Park sparten wir uns, da der Parkwärter wohl schon Feierabend hatte. Eigentlich schöne Voraussetzungen, das Problem war jedoch, dass der Himmel inzwischen bedeckt war und das Licht alles andere als schön. Draußen war es inzwischen einigen Grade unter Null, so dass uns beim Warten auf besseres Licht fast die Hände abfroren. Doch das Warten lohnte sich, denn nach ca. einer halben Stunde riss der Himmel auf und die Spitzen der Säulen des Bryce Canyon wurden wunderbar von der Sonne beleuchtet. Hier erwies sich die Kombination aus extremem
Weitwinkel und Universal Megazoom als ideal. Mit dem 10-24mm entstanden die Übersichtsaufnahmen und mit dem 18-270mm konnte man herrlich Details ranzoomen.
Tipp: Das Licht beobachten. Die wechselnden Lichtspiele auf den geologischen Formationen erzeugen die unterschiedlichsten Stimmungen. Gerade im Kontrast zwischen Hell und Dunkel liegt der fotografische Reiz. Für extreme Weitwinkelaufnahmen kann man entweder ein Motiv in den Vordergrund nehmen, was die Größenverhältnisse verdeutlicht oder man macht Übersichtsaufnahmen mit interessanter Beleuchtung, bei der die Raumtiefe durch unterschiedlich beleuchtete Landschaftsteile verdeutlicht wird.
Wir erreichten unser Motel kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Es war so ziemlich das einzige, was in dieser Ecke und zu dieser Jahreszeit (Anfang März) geöffnet hatte. Wir hatten vorher per Internet gebucht und da wir auch so ziemlich die einzigen Gäste waren, waren die Betreiber schon nicht mehr da und hatten uns den Schlüssel zu den Zimmern an die Tür gehängt – das nennt man Vertrauen! Aber es ist schließlich eine sehr ländliche Gegend und Las Vegas ist schon etwa 400 Kilometer entfernt.
Am nächsten morgen trauten wir beim Blick aus dem Fenster unseren Augen kaum, denn draußen herrschte munteres Schneetreiben. Das Auto war schon komplett zugeschneit und es wehte ein bitterkalter Wind. Die Betreiber des Motels waren inzwischen wieder aufgetaucht und nach einem netten Plausch mit der Hausherrin und einem gemütlichen Kaffee am Kamin mit Doughnuts machten wir uns auf den Weg. Die Erwartungen an die fotografische Ausbeute war entsprechend dem Wetter nicht besonders groß – doch oh Wunder schon eine dreiviertel Stunde später riss der Himmel langsam auf und die Sonne sollte uns für den gesamten restlichen Tag nicht mehr verlassen. Das nennt man Fotografenglück. Motive gab es auf dem Weg reichlich. In der direkten Umgebung des Motels fanden wir z.B. einen Mini Autofriedhof im Schnee.
Tipp: Eine klare Aufteilung der Elemente ist angenehm für das Auge des Betrachters. Auf klare Linien und Elemente achten. Den Betrachter möglichst ins Bild führen. Unwichtige Bildteile können ohne Weiteres angeschnitten werden.
Um die Mittagszeit erreichten wir das Kodachrome Basin, wie der Name schon sagt, geht es hier um Farbe. Die Gegend wurde 1948 im Einverständnis mit der Firma Kodak nach gleichnamigem Farbfilm benannt. Und die Farben haben es tatsächlich in sich.
Tipp: Auf Farbkontraste achten. Zum Beispiel ergänzen sich ein blauer Himmel und orange/gelbe Elemente in der Landschaft komplementär und wirken auf Bildern oft spektakulär.
Hier kamen wir auch zu einigen Detailschüssen, bei denen sich die lange Brennweite des 18-270mm als ideal erwies.Tipp: Tiere beobachten und ranzoomen so nah es geht. Immer versuchen ein Porträt des Tieres zu machen oder eine typische Verhaltensweise fotografisch zu erwischen.
Tipp: Mit dem 18-270mm lassen sich sogar Makroaufnahmen bis 1:3,5 machen.
Am Nachmittag erreichten wir dann den Zion Canyon. Monumentale und beeindruckende geologische Formationen taten sich vor uns auf. Am Ende eines ausgetretenen Pfades, bei dem es teilweise erschreckend tief nach unten ging, erwartete uns ein wunderschöner Blick ins Tal. Dies war für uns der letzte Höhepunkt und wieder erwies sich das Pärchen aus 10-24mm und 18-270mm als ideal. Für die wunderbaren Übersichten ist das 10-24mm die ideale Wahl. Mit dem 18-270mm lässt sich dann der normale Weitwinkel – bis Telebereich erschließen. Mit diesen beiden Objektiven hat man wenig Gepäck dabei und hat doch fast alle Möglichkeiten.
Unser Kurztrip ging damit zu Ende und wir kehrten zurück nach Las Vegas. Fotografisch gesehen, war das Ganze echte Extraklasse und hat einen Riesenspaß gemacht. Die Kombination 10-24mm und 18-270mm ist ideal für solch einen Trip. Wenige Objektivwechsel und doch die komplette Bandbreite von extremem Weitwinkel bis zum 270mm Tele.













