Schritt für Schritt: Weihnachtsdeko stimmungsvoll fotografieren

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Schritt für Schritt: Weihnachtsdeko stimmungsvoll fotografieren

Bereits letztes Jahr durfte ich euch hier ein paar allgemeine Tipps geben, wie ihr die Weihnachtsstimmung zu Hause besser einfangen könnt. Dieses Mal möchte ich ein bisschen mehr ins Detail gehen und euch in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung erklären, wie ihr Weihnachtsdeko festlich inszeniert.

Schritt 1: Hauptmotiv und Hintergrund auswählen

Als ich in diesem Jahr die Kiste mit den Christbaumkugeln aus dem Keller holte, fiel mir ein besonders prächtiges Exemplar direkt ins Auge. Mit ihrer stattlichen Größe, dem perlmuttartigen Glanz und dem Besatz aus glitzernden Steinchen war das Hauptmotiv für mein Foto rasch gefunden. Da die dezente grau-blaue Farbe der Kugel vor einem hellen Hintergrund besonders gut zur Geltung kommt, wählte ich meine weiße Schreibtischplatte als Untergrund. Mir schwebte vor, am Ende einen High-Key-Look zu erhalten, durch den die Aufnahme eine positive, strahlende Wirkung bekommt. Davon war ich aber noch einige Schritte entfernt. Nachdem ich die Kugel auf meiner Schreibtischplatte platziert und den Bildausschnitt gemäß der Drittelregel eingestellt hatte, sah das Ganze erstmal so aus. (Motiv rechts)

Das Licht in dieser Szene kommt übrigens von zwei Fenstern rechts und links hinter der Kugel. Und falls ihr euch wundert, warum die Kugel so schön aufrecht stehen bleibt: Ein bisschen Knete (alternativ doppelseitige Klebepads) wirkt Wunder und schont eure Nerven.

Schritt 2: Lichterstimmung

Weihnachten ist auch das Fest der Lichter und deshalb dürfen ein paar glänzende Lichtpunkte auf keiner Aufnahme fehlen! Besonders stimmungsvoll erscheinen die Lichter, wenn sie im Bokeh, also der Unschärfe vor und hinter dem Motiv, platziert werden. Dort verschwimmen kleine Lichtpunkte zu großen Lichterbällen. Der Effekt ist umso ausgeprägter, je geringer die Schärfentiefe ist. Daher habe ich für meine Aufnahme die Blende maximal geöffnet (in diesem Fall F/2.8). Eine im Hintergrund drapierte Lichterkette eignet sich ideal, um gleich ein ganzes Lichtermeer zu kreieren.

Schritt 3: Details sorgen für Lebendigkeit

Die Lichterkette verleiht unserer Aufnahme sofort eine so festliche Stimmung, dass sie schon jetzt als akzeptables Weihnachtsbild durchgehen würde. Um sie noch weiter zu verbessern, fügen wir Schritt für Schritt weitere Elemente hinzu die wir im Vorder- und Hintergrund platzieren. Dadurch verleihen wir dem Bild mehr Tiefe. Ich wühlte mich weiter durch unsere Dekokiste und stellte erfreut fest, dass meine prächtige Christbaumkugel noch eine kleine Schwester hat. Diese legte ich links neben das Hauptmotiv in den Hintergrund.

Prinzipiell empfehle ich euch, nach Möglichkeit immer auch etwas „Organisches“ in euer Stillleben einzubauen, da es so lebendiger wirkt. Tannenzweige eignen sich in diesem Beispiel ganz hervorragend, da sie gleichzeitig ein Schlüsselmotiv sind bei dem wir sofort an Weihnachten denken. Das dunkle Grün der Tannennadeln wirkt im warmen Licht besonders schön, so dass ich einen Zweig in der Nähe der Lichterkette, einen weiteren rechts im Vordergrund platzierte.

Und noch ein weihnachtliches Schlüsselmotiv begegnete mir in den Tiefen der Dekokiste: Sterne. Drei silbern glänzende Exemplare davon fanden Platz in der vorderen linken Ecke, womit meine Dekoration abgeschlossen war (schließlich sollte man das Bild auch nicht zu sehr überladen). Dass ich drei Sterne ausgewählt habe ist kein Zufall: Eine ungerade Anzahl wirkt in der Regel harmonischer als eine gerade Anzahl.

Schritt 4: Akzente setzen

Im letzten Schritt wollte ich noch einen gezielten Lichtakzent auf das Hauptmotiv setzen. Dazu verwendete ich eine kleine Taschenlampe und leuchtete ganz gezielt auf den oberen Teil der Kugel mit den Glitzersteinchen, um diese richtig zum Leuchten zu bringen. Leider musste ich feststellen, dass das Licht meiner Taschenlampe deutlich kälter (=blauer) war als das warme (=gelbe) Licht der Lichterkette, was die Lichtstimmung ruinierte. Mit einer orangefarbenen Folie aus dem Bastelbedarf konnte ich das Problem jedoch schnell beheben. Ich schnitt mir ein kleines Stück Folie zurecht, das ich dann mit einem Gummiband an der Spitze der Taschenlampe befestigte. Und so erhielt ich schließlich mein finales Bild (siehe Bild rechts).

Zum Abschluss seht ihr hier noch den Setaufbau und die eingesetzten Materialien. Indem ich ein Stativ für die Kamera verwende kann ich erst den Bildausschnitt für das Hauptmotiv einstellen und anschließend ganz in Ruhe die übrigen Bildelemente, wie die Lichter im Hintergrund, anordnen. Die Taschenlampe für den Lichtakzent auf der Christbaumkugel wird von einem flexiblen Haltearm fixiert. Als Objektiv kam das Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD zum Einsatz. Es eignet sich mit seiner geringen Naheinstellungsgrenze vorzüglich für solche Detailaufnahmen und begeistert mich mit seiner tollen Schärfe und dem cremigen Bokeh immer wieder aufs Neue. Und jetzt viel Spaß beim Dekorieren und Fotografieren!

Über den Autor: Vera Wohlleben

In ihrem Blog „Nicest Things“ berichtet Vera Wohlleben nicht nur über leckere Rezepte und attraktive Dekorationen fürs eigene Heim. Die Heidelbergerin bietet auch regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen und beschreibt ausführlich, wie ihre wunderschönen Fotos entstehen. Unser Lesetipp: http://www.nicestthings.com/2014/03/blogging-tips-and-tricks-behind-scenes.html

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