Glücksmomente in der Wildnis

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Glücksmomente in der Wildnis

Sarah Böhm ist als Naturfotografin mit dem SP 150-600mm G2 unterwegs. Beim Aufstöbern der tierischen Protagonisten hilft ihr das Wissen aus ihrem eigentlichen Beruf. Aber für manches Bild braucht auch sie einfach Glück.

Nach langem Warten macht sich Sarah Böhm auf den Rückweg. Sie hat sich bereits damit abgefunden, dass dieser Ausflug wohl erfolglos enden würde, als wie aus dem Nichts kommend plötzlich zwei Wölfe an ihr vorbeilaufen. „Ich war so berauscht von der unverhofften Begegnung, dass ich es nicht schaffte, auf den Auslöser zu drücken“, erzählt die Fotografin später von ihrer ersten Begegnung mit Canis Lupus, der seit einigen Jahren auch in einigen Regionen Deutschlands wieder heimisch geworden ist. Sarahs spontane Begeisterung über das Naturerlebnis ist in diesem Moment offenbar größer gewesen als ihr Wunsch nach dem lang ersehnten Bild.

Eine Woche später versucht die Fotografin erneut ihr Glück. Schon auf dem Hinweg sieht sie in der Ferne einige Rothirsche, die sich immer wieder umschauen und offensichtlich sehr nervös sind. Vielleicht befindet sich ja ein Wolf ganz in der Nähe, denkt Sarah und pirscht sich näher an das Rudel heran. Noch bevor sie ihre angepeilte Position erreicht, bemerkt sie den Wolf. Er ist aus dem Wald getreten und etwa hundert Meter von Sarah entfernt auf dem zugeschneiten Weg stehengeblieben. Jetzt schaut er zu ihr herüber. Anscheinend hat er die Fotografin bereits gewittert und versucht nun sie einzuordnen. Die perfekte Gelegenheit, um den Lupus mit dem Supertelezoom möglichst groß ins Bild zu holen.

Verhalten der Tiere studieren

Der Wolf ist nicht das einzige Motiv für die passionierte Wildlife-Fotografin sich mit der Kamera auf die Lauer legt. Auch Vögel und Bieber hat Sarah regelmäßig vor der Linse. Dabei profitiert sie von ihren fundierten Fachkenntnissen. „Ethologie, also Verhaltensbiologie, war Teil meines Studiums und dieses Wissen kommt mir jetzt auch beim Fotografieren zugute“, sagt Sarah, die inzwischen hauptberuflich als Tierärztin arbeitet. „Denn nur wer versteht, warum sich ein Tier wie verhält, kann vorausahnen, was es wohl als nächstes macht, wo es sich verstecken will und wie man es entdecken kann.“

Die meisten ihrer tierischen Hauptdarsteller findet Sarah vor der Haustür. „Ich fahre nicht extra weit weg, um spezielle Tiere zu fotografieren“, sagt sie. „Flora und Fauna sind hier in der Heimat breit genug aufgestellt.“ Als sie kürzlich ins brandenburgische Neuruppin zog, musste sie ihre neue Umgebung allerdings erst wieder erkunden. „Mithilfe einer anderen, ebenfalls begeisterten Naturfotografin, fiel mir der naturkundliche Einstieg in die Region jedoch nicht all zu schwer.“

Angefangen hatte Sarah vor einigen Jahren mit der Makrofotografie von Insekten, kleinen Reptilien und Amphibien. „Inzwischen sind aber Säugetiere und Vögel meine große Passion – auch wenn man da wesentlich häufiger mit leeren Speicherkarten nach Hause kommt.“ Dennoch empfindet sie auch solche Tage ohne Fotoausbeute als erfolgreich und schön, schließlich ermögliche ihr jede Fototour, sich intensiv mit der Natur auseinanderzusetzen. „Ich freue mich über jeden erlebten Moment, denn ich lerne immer etwas über die Natur.“

Der ideale Kompagnon

Ein ständiger Begleiter auf ihren Exkursionen in das heimisch Wildreich ist Tamrons SP 150-600mm. Das leistungsstarke und zugleich handliche Supertelezoom hat sie seit der ersten Generation im Einsatz. Die Entscheidung für das Upgrade zur zweiten Generation fiel beim Besuch einer Fotomesse in Berlin, auf der Sarah die aktuelle Version mit dem Kürzel „G2“ im Produktnamen testete. Besonders begeistert hat sie die erweiterte VC-Bildstabilisierung und die solide Verarbeitung des Objektivs – beide Aspekte sind beim Einsatz in der Natur unabdingbar. Auch die Fokus-Lock-Funktion erweist sich im Gelände als vorteilhaft. „Hin und wieder war es vorgekommen, dass ich versehentlich die Brennweite verstellt hatte und dann bei schnellen Schüssen zu kurz fotografiert habe“, so Sarah. „Mit der neuen Feststellung bei jeder Brennweite kann das jetzt nicht mehr passieren.“

Als wichtigste Grundlage für gute Wildtierfotos sieht sie die Vorbereitung, vor allem die Erkundung der Umgebung: Hat Sarah etwa ein Hirschgebiet ausgemacht und dort einen Brunftplatz gefunden, spricht sie das Fotografieren dort mit dem zuständigen Jäger ab, schon alleine um etwaige Missverständnisse oder Konflikte zu vermeiden. „Oft kommt es vor, dass die Jagdpächter mir dann nochmals die Gegend zeigen und so finde ich häufig Ecken, die ich selbst niemals gefunden hätte.“ Auch mit den deutschen Rangern – der Naturwacht – und der Leitung des Naturparks arbeitet Sarah zusammen. „Das ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ich bekomme von Jägern und Ranger viele Tipps und sie nehmen mich zu ihren Rundgängen mit; im Gegenzug stelle ich ihnen für ihre Zwecke dann gerne meine Bilder zur Verfügung.“

Entspannte Motivsuche

Dieses Jahr will sie auf jeden Fall noch einen Wiedehopf vor die Linse bekommen: „Der ist hier gar nicht so selten und ich habe schon einige Male welche gesehen. Eine richtig schöne Brutröhre zum Fotografieren habe ich aber noch nicht gefunden.“ Gut im Bild erwischen konnte sie neben dem Wolf auch dessen kleinen Kollegen: Ein belegter Fuchsbau in der Nähe ermöglichte ihr die Aufnahmen von Welpen des roten Räubers.

Bislang konnte Sarah das Fotohobby gut mit ihrem Teilzeitjob vereinbaren. „Für das erste Licht im Frühjahr muss ich ja schon um vier Uhr früh raus, gerade dann entstehen die besten Fotos. Danach komme ich trotzdem pünktlich zur Arbeit. Später nutze ich häufig noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages, um bei einigen weiteren Aufnahmen zu entspannen.“ Sarah hat ein Kleingewerbe angemeldet und verkauft ihre Fotos an Magazine und gelegentlich auch als Leinwanddruck, entsprechende Anfragen bekommt sie immer wieder. Als Nächstes stehen die Produktion von Postkarten und eines eigenen Kalenders auf ihrem Plan. Ab diesem Sommer arbeitet sie allerdings Vollzeit als Tierärztin und hat deswegen keine Kapazitäten, ihre fotografische Karriere noch weiter auszuweiten. So viel Spaß ihr der Blick durch das SP150-600mm G2 auch bereitet, „das Fotografieren soll wirklich mein Hobby bleiben“, sagt Sarah. „Dabei kann ich nach der Arbeit einfach richtig gut abschalten.“

Über den Autor: Sarah Böhm

Sarah Böhm (*1989) stammt aus Frankfurt an der Oder. In Berlin studierte sie Veterinärmedizin studiert und arbeitet heute als amtliche Tierärztin in Neuruppin. Als Ausgleich zu Studium und Beruf entdeckte sie neben ihren anderen Hobbys Reiten, Zeichnen und Mineralien auch die Fotografie für sich. Seit 2010 fotografiert sie mit einer DSLR-Ausrüstung und ist fasziniert von den vielfältigen Formen, Farben und Lebewesen, die sie in der Natur findet.

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