10 Tipps zur Reisefotografie

Diesen Beitrag teilen

10 Tipps zur Reisefotografie

Seit nun mehr über einem Jahr haben wir unsere beiden großen Hobbys zum Beruf gemacht: Das Reisen und die Fotografie. In dieser Zeit haben wir über 20 Länder bereist, Tausende Fotos gemacht und unzählige Berichte geschrieben.

In diesem einen Jahr haben wir unheimlich viel gelernt, auch und gerade im Bereich der Reisefotografie.

In diesem Beitrag möchten wir unsere 10 besten Tipps und Erfahrungen zum Fotografieren auf Reisen weitergeben.

#1 Viel hilft nicht immer viel

Einer der größten Trugschlüsse in der Fotografie hält sich noch immer sehr hartnäckig, obwohl er schon viele Male widerlegt wurde: Großes und teures Equipment macht nicht automatisch bessere Fotos.

Da wir ausschließlich mit Handgepäck reisen, ist unser Foto-Equipment zwangsläufig recht minimalistisch. Schließlich muss neben unseren Klamotten, Laptops und diversen Reiseutensilien auch unsere gesamte Ausrüstung ins Handgepäck passen.

Eine große Objektivauswahl können wir deshalb nicht mitnehmen, aber dafür haben wir ja unser Tamron 16-300 mm-Reisezoom, dass für alle Anlässe die richtige Brennweite parat hat. Außerdem fotografieren wir mit dem Tamron 35 mm, f/1.8, denn auf eine Festbrennweite wollen wir dann doch nicht verzichten.

Der ein oder andere Profi wird jetzt wahrscheinlich aufstöhnen, aber ganz ehrlich: Mit dieser minimalistischen Ausrüstung kann man absolut großartige Fotos machen!

#2 Kenne deine Kamera

Daran schließt dich direkt Tipp #2 an: Kenne deine Kamera! Wir haben im letzten Jahr nicht nur einmal Fotografen mit sündhaft teurer Ausrüstung gesehen: Vollformatkameras mit den tollsten Objektiven.

Wenn dann der integrierte Blitz ausklappt und in einem vollkommen unsinnigen Moment ins Leere blitzt, dann haben wir wieder ein ganz typisches Exemplar entdeckt, das weder Tipp #1, noch Tipp #2 ernst nimmt.

Unheimlich viele Fotografen sind mit großartiger Ausrüstung unterwegs, fotografieren aber mangels Kenntnis im Automatikmodus. Das fasst man sich doch an den Kopf, oder? Wir zumindest schon!

Also: Wenn man schon viele Tausend Euro in die Ausrüstung steckt, dann sollte man doch bitte, bitte den Ehrgeiz haben, die Ausrüstung auch bedienen zu können.

Wir haben da gemeinsam mit Tamron einen Online-Fotokurs (https://www.22places.de/fotografieren-lernen/) erstellt, in dem selbst das Erlernen der Kameratechnik Spaß macht.

#3 Folge dem Licht

Das beste Licht zum Fotografieren hat man früh morgens oder rund um den Sonnenuntergang. Das ist jetzt keine große Überraschung, stellt uns aber doch immer wieder vor Herausforderungen.

4:30 Uhr aufstehen gehört nämlich leider nicht gerade zu unseren Stärken. Ab und zu zwingen wir uns trotzdem dazu und wir können nur jedem empfehlen, es uns gleichzutun. Es lohnt sich wirklich!

Die gute Nachricht ist aber: Auch am Abend gibt es oft hervorragendes Licht und wenn wir es mal wieder nicht geschafft haben, früh aus den Federn zu kommen, dann hat uns das Abendlicht meistens dafür entschädigt.

#4 Motive lauern überall

Natürlich begeben wir uns ab und zu ganz bewusst auf den Weg, um ein ganz bestimmtes Motiv zu fotografieren. Oft ist es aber auch so, dass Motive ganz plötzlich auftauchen. Dann ist eine schnelle Reaktion gefragt!

Gerade in diesen Situationen waren wir oft heilfroh, dass wir das Tamron-Reisezoom drauf hatten. So waren wir wirklich für jedes Motiv gewappnet - von der tamilischen Familie, die während unserer Zugfahrt durch Sri Lanka plötzlich direkt vor uns stand bis zur Teepflückerin, die weit entfernt auf der Plantage gearbeitet hat.

Ein Objektivwechsel wäre in beiden Situationen nicht möglich gewesen. Das Motiv wäre weg gewesen, bis wir das neue Objektiv drauf geschraubt hätten.

#5 Finde das Besondere

Auch wenn wir schon ein bestimmtes Motiv im Kopf hatten, haben wir oft während des Fotografierens ein noch Besseres gefunden.

Es lohnt sich definitiv, auch mal ein wenig um die Ecke zu denken und nicht immer nur das Offensichtliche zu fotografieren. Oft sind es Details oder besondere Blickwinkel, die für ein besonderes Foto sorgen.

Das folgende Bild ist z. B. auf einer Dachterrasse in Kuala Lumpur entstanden. Eigentlich waren wir dort, um die benachbarten Petronas Towers zu fotografieren. Letztendlich ist aber dieses Bild unser Lieblingsfoto von dort oben geworden.

#6 Motive haben keine Beine

Ganz stimmt das natürlich nicht. Das ein oder andere Motiv hat schon Beine, zumindest Menschen und Tiere in der Regel.

Was wir damit sagen wollen: Beim Fotografieren ist auch voller Körpereinsatz gefragt. Auch wenn es uns das Reisezoom mit einem Brennweitenbereich von 16 bis 300 mm sehr leicht macht - auch ein riesiger Zoom kann nicht alles!

Manchmal ist es einfach besser, ein paar Schritte nach vorn oder hinten zu gehen, als nur am Objektiv zu drehen. Und manchmal muss man eben auch mal auf ein Tuk Tuk klettern, um einen Elefanten im hohen Gras am Straßenrand zu fotografieren.

#7 Alles eine Frage der Perspektive

Tipp #7 schließt sich da perfekt an. Nicht immer ist ein Foto aus Augenhöhe die beste Option. Einige unserer Lieblingsfotos sind nur entstanden, weil wir die Perspektive gewechselt haben.

Es ist gar nicht so selten, dass wir irgendwo auf der Straße rumliegen, nur um dieses eine Foto aus besonderer Perspektive zu machen.

Die folgenden beiden Fotos sind auch solche Beispiele. Sie sind in Hong Kong entstanden, in der mit Abstand wuseligsten und hektischsten Stadt, in der wir im letzten Jahr waren.

Gerade hier war es sehr interessant, die Stadt mal aus einem anderen Blickwinkel zu fotografieren - sei es aus der Hocke oder von einer erhöhten Position.

#8 Selfies sind erlaubt

Wir geben es ja zu: Wir lachen auch oft über andere Touristen, die sich vor jedes noch so banale Gebäude stellen und ihr Gesicht in die Kamera halten - am besten noch mit einem Selfie-Stick bewaffnet.

Aber ganz ehrlich: Was wäre eine Reise ohne das ein oder andere Erinnerungsfoto, auf dem man auch selbst drauf ist. Eben! Und außerdem braucht man ja am Ende des Jahres ein bisschen Material, um die Fotokalender für Eltern und Großeltern zu füllen. Wir zumindest.

Selfies sind also definitiv erlaubt und machen sogar Spaß!

#9 Sei respektvoll

Da schließt sich direkt der nächste Punkt an. Wir gehen mal schwer davon aus, dass ein großer Teil der Leser hier weiß, wie man sich in der Fremde benimmt und wie man sich mit einer Kamera in der Hand in fernen Ländern verhält.

Oft genug haben wir auf unseren Reisen aber trotzdem schrecklich respektlose Menschen gesehen und nicht selten hatten sie Kameras in der Hand. Da werden Jahrtausende alte Wandmalereien angeblitzt, obwohl die Verbotsschilder nicht zu übersehen sind. Da werden Mönchen und Betenden Objektive wenige Zentimeter vor das Gesicht gehalten oder es wird irgendwo hochgeklettert, wo man es besser unterlassen sollte.

Im Zweifelsfall gilt für uns immer: Lieber auf ein Foto verzichten, als sich wie ein Trampel benehmen!

#10 Hab Spaß!

Bei allen Listen, Tutorials und Anleitungen gilt für uns immer ein wichtiger Grundsatz: Fotografieren soll Spaß machen! Wenn du zum Beispiel Spaß daran hast, nur im Automatikmodus zu fotografieren, dann ist das auch völlig in Ordnung.

Solange du eine gute Zeit hast und glücklich mit deinen Reisen und Fotos bist, ist alles gut!

In diesem Sinne wünschen wir dir ganz viel #kameraliebe und tolle Reisen!

Über den Autor: 22places

Jenny und Sebastian werden ihre Erlebnisse auf Reisen in den kommenden sechs Monaten im Tamron Magazin teilen.

In Zusammenarbeit mit Tamron zeigen die beiden in ihrem Online-Fotokurs (https://www.22places.de/fotografieren-lernen), wie einfach Fotografieren ist und vor allem wie viel Spaß es macht, die Welt nicht mehr im Automatikmodus abzulichten.

Erfahren Sie mehr über den Autor bei:

Ähnliche Artikel