Faszination Vogelfotografie mit dem SP 150-600mm G2

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Faszination Vogelfotografie mit dem SP 150-600mm G2

Manche Motive brauchen viel Geduld. Andreas Hütten harrt mit seinem SP 150-600mm G2 stundenlang in seinem Versteck aus, bis er seine Fotobeute endlich im Sucher erblickt.

Betrachtet man das Wochenend-Domizil von Andreas Hütten, sieht man auf den ersten Blick – eigentlich nichts. Denn genau das ist das Ziel der gut getarnten Ansitzhütte des Tierfotografen aus Nordhorn. Hier wartet er an diesem Samstag schon seit Stunden darauf, dass endlich ein Habicht im Bildwinkel seines Teleobjektivs auftaucht.

An dem kleinen Teich, der genau vor der Fotoluke angelegt ist, schauten heute schon Rotkehlchen, Blaumeisen und Eichhörnchen vorbei. Das flache Wasser wird gerne von Vögeln, Kleintieren aber auch Rehen angesteuert, um ihren Durst zu stillen. Für den Fotografen bildet die Wasseroberfläche indes eine perfekte Kulisse für pittoreske Spiegelaufnahmen. Um einen perfekten Blickwinkel auf die Tiere zu ermöglichen, ist die kleine Hütte etwa anderthalb Meter im Boden eingegraben. Andreas blickt so genau auf Höhe des Wasserspiegels durch sein SP 150-600mm G2.

Als mal wieder eine Meise ankommt, will Andreas sie im Bild festhalten, auch wenn es nicht der große Raubvogel ist, auf den er eigentlich wartet. Doch im ersten Moment rührt sich Andreas nicht. Der kleine Vogel soll sich erst in Ruhe an die Umgebung gewöhnen. „Die Erfahrung zeigt, dass man durch überstürztes Handeln mehr Tiere verscheucht, als wenn man kurz abwartet“, erklärt er. Das Risiko, dass der Vogel dann doch spontan wieder davonfliegt, sei seiner Ansicht nach wesentlich geringer. Ganz langsam schwenkt er schließlich das Objektiv in Richtung der Meise, dann hat er sie im Sucher und einen Moment später auch auf der Speicherkarte.

Viele Tiere vor der Linse

Bisher lief schon ein halbes Ornithologie-Lehrbuch durch Andreas Kamera: Waldohreule, Schleiereule, Specht, Hauben- und Schwanzmeise sind nur einige davon. Natürlich hat er den Habicht und auch einen Mäusebussard schlussendlich ebenfalls erwischt. Doch der passionierte Tierfotograf legt sich nicht nur für gefiederte Motive auf die Lauer, sondern fotografiert auch Eichhörnchen, Füchse, Rehe und Hirsche.

Um perfekte Aufnahmen von den Wildtieren zu bekommen, braucht Andreas entsprechendes Equipment. Er setzt dabei auf das neue SP 150-600mm G2 an einer APS-C-Kamera, deren Crop-Faktor von 1,6 macht ihm daraus in extremer Telestellung immerhin fast 1000mm Brennweite. Damit lassen sich selbst kleine Singvögel formatfüllend ins Bild holen. „Mir gefällt am SP 150-600mm G2 vor allem das niedrige Gewicht, denn für Wildtierfotografie ist man schon mal länger zu Fuß unterwegs“, so Andreas. „Außerdem ist der Autofokus wirklich sehr fix, was bei Tierfotos natürlich absolut entscheidend sein kann.“

Entspannung in der Natur

Während der Woche arbeitet Andreas als Groß- und Außenhandelskaufmann und ist darüber hinaus als Dozent an den Volkshochschulen in der Region aktiv. Die Tierfotografie dient ihm heute als Ausgleich zu seinem häufig stressigen Alltag. „Das ist einfach sehr entspannend, wenn man sich in Ruhe auf die Lauer legt, etwas abschaltet und dabei ein paar schöne Bilder macht.“ Auf zufällige Schnappschüsse aber hofft Andreas dabei nicht, er hat meist ein genaues Bild vor Augen und versucht akribisch, dieses exakt so umzusetzen. „Das kann manchmal auch ein Jahr dauern, bis ich so etwas realisiert bekommen“, erzählt er. „Aber irgendwann funktioniert es immer.“

Kürzlich war Andreas beispielsweise auf Fotojagd nach einem Waldkauz. Den ersten Tipp, wo einer zu finden sei, bekam er von einer befreundeten Fotografin. Nur zu wissen, wo so ein Waldkauz lebt, reicht natürlich nicht. Für ein gutes Bild muss auch das Licht passen und das Tier sollte möglichst fotogen aussehen: Nur wenn der Ausdruck stimmt, wird die Aufnahme richtig gut.

Genau hier trennte sich auch bei Andreas die Spreu vom Weizen: Theoretisch passte alles, trotzdem schaute der Kauz sehr langweilig aus. Also heißt es für Andreas, trotz vieler Aufnahmen, die er bereits geschossen hat: Noch mal wieder kommen, bis das Foto so ist, wie er es sich vorstellt. Erst dann zeigt er es auf seiner Webseite und in den sozialen Netzwerken.

Geduld ist oberste Tugend

„Viele meiner Fans, aber sogar Workshop-Teilnehmer denken anfangs, man könne solche Bilder machen, während man mit dem Hund draußen eine Runde dreht. Dass ich manchmal bis zu zwölf Stunden in einer kleinen Hütte gesessen habe und schließlich trotzdem ohne Habicht-Foto nachhause gegangen bin, ahnen die wenigsten“, sagt Andreas. Die Ansitzhütten mietet er in Nationalparks in den benachbarten Niederlanden. In Deutschland sind solche seltener zu finden, da die Bauauflagen strenger seien.

Auch vor seiner Haustüre fotografiert der Nordhorner gerne: Teilweise bereitet er eine Location über Wochen oder Monate vor, muss sie immer wieder aufsuchen, um zu verstehen, wann beispielsweise der Kauz auf dem immer gleichen Ast sitzt, von wo der Winkel am besten ist und wie das Licht sich steuern lässt. „Ich habe schon zufällig beobachtet, wie eine Waldeule in eine Baum geflogen ist. Als ich ein paar Tage später während nachmittags nochmals dort vorbeigeschaut habe, saß sie wieder dort. Ich hatte also ihren Schlafbaum entdeckt und konnte so über längere Zeit ein paar tolle Bilder machen.“ Dafür muss man nur mit offenen Augen durch die Welt gehen und Rücksicht auf die Schutzbedürfnisse der meist sehr scheuen Waldtiere nehmen.

Über den Autor: Andreas Hütten

Andreas Hütten (*1988) stammt aus Nordhorn in der Grafschaft Bentheim. Der „Virus Naturfotografie“ infizierte den Groß- und Außenhandelskaufmann, als er sich vor einigen Jahren seine erste Spiegelreflexkamera kaufte. Besonders die Wildlife-Fotografie fasziniert ihn sehr, deshalb versucht er auch jede freie Minute in der Natur zu verbringen. Durch den Verkauf seiner Bilder und die Organisation von Workshops ist aus dem Hobby inzwischen ein Nebengewerbe geworden. Momentan arbeitet der passionierte Naturfotograf an seinem nächsten Projekt: ein eigener Bildband.

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