Mit großem Blickwinkel durch die Welt

Diesen Beitrag teilen

Interview mit Caroline Lohrmann von www.shavethewhales.net

Mit großem Blickwinkel durch die Welt

Die Hamburger Reise-Bloggerin Caroline Lohrmann, Shavethewhales.net, schreibt mit viel Gespür von Ihren Abenteuern rund um den Globus. Ihre Texte sind tiefsinnig und bieten einen offenen, humorvollen Blick auf die fremden Länder und Kulturen. Ihre Bilder zeugen von ihrem Auge für Stil und Schönheit. Immer mit im Gepäck ist dabei ein Tamron 10-24mm-Ultraweitwinkel-Zoom. Wir fragten Caroline, was sie auf Ihren Touren über das Fotografieren gelernt hat.

Seit wann betreibst du deinen Reiseblog und wie kam es dazu?

Caroline Lohrmann: Seit knapp zwei Jahren. Angefangen hat es als privates Hobby. Und dann hat es mir einfach zu viel Spaß gemacht, um wieder damit aufzuhören.

Wie viele Länder hast du mittlerweile bereist?

Hm, das hab ich nie gezählt, vielleicht 50, grob geschätzt. Ich finde so eine Zahl aber nicht sehr aussagekräftig, für mich zählt viel mehr, sich Zeit zu nehmen, um ein Land richtig kennenzulernen.

Wie findest du neue Reiseziele?

Es reicht manchmal, wenn ich ein schönes Bild von einem Ort sehe, ich schaue dann nach, wie ich hinkomme und fahre einfach los. Manchmal habe ich bereut, meine Reise kein Stück geplant zu haben, manchmal wurde sie genau deshalb so gut.

Sonnenuntergang auf dem Likavitos Hügel in Athen. Von hier sieht man die Akropolis wunderbar gegen den blauen Abendhimmel anleuchten.

Könntest du dir vorstellen, dich in einem der bereisten Länder komplett niederzulassen?

Nein, ich hab es ausprobiert, zum Leben finde ich Deutschland am schönsten.

Wo warst du zuletzt?

An der Ostsee. Seit ewigen Zeiten mal wieder an einem deutschen Strand. Ich werde immer mehr ein Freund von ruhigen, menschenleeren Stränden, da war das genau das Richtige.

Neben deinen scharfsinnigen Beobachtungen fällt dein Blog durch deine tollen Fotos auf. Was war denn zuerst da – die Liebe zum Reisen oder die Liebe zur Fotografie?

Die Liebe zum Reisen. Je länger ich gereist bin, desto mehr hatte ich den Wunsch, die vielen besonderen Momente und Begegnungen festzuhalten, um so etwas wie ein persönliches Geschichtsbuch zu haben. Daran arbeite ich bis heute und komme meinem Ziel mit jeder Reise und mit jedem Foto ein Stück näher.

Meteora, Griechenland. Faszinierende Landschaft mit Klöstern auf riesigen, turmförmigen Felsen, hab ich nirgendwo anders je so gesehen.
Eine Dschungelbrücke im mexikanischen Urwald bei Catemaco.

Nach welchen Kriterien wählst du die Bilder für deinen Blog aus?

Die meist gehörte Antwort darauf, was ein gutes Bild ist, ist wohl die, dass es eine Geschichte haben muss. Ich sehe das anders. Für mich ist ein Bild schön, wenn es seine Betrachter berührt, egal auf welche Art und Weise.

Was denkst du, sind deine Stärken beim Fotografieren?

Ich glaube, ich nehme viele Details wahr. Das ist im richtigen Leben oft lästig. Ich lasse mich schnell ablenken und erwische mich oft, wie ich ewig dasitze und Hummeln oder kleine Käfer beobachte. Beim Fotografieren kann ich genau diese Schrulle ganz ausleben und habe so etwas wie eine Berechtigung, mich scheinbar unwichtigen Dingen zu widmen.

Du fotografierst unter anderem mit einem Tamron 10-24mm-Objektiv. Für welche Gelegenheiten nutzt du dieses Ultra-Weitwinkel-Zoomobjektiv?

Vor allem bei Landschafts-Aufnahmen. Also genau das, was ich am meisten fotografiere.

Was macht dieses Objektiv für dich so wertvoll?

Die kurze Brennweite des Objektivs ermöglicht einen sehr großen Bildwinkel. Dadurch hat man viel mehr das Gefühl, mitten im Bild zu stehen. Ich kann also gleichzeitig den Himmel über mir und das Meer zu meinen Füßen einfangen, das gibt viel besser die Weite einer Landschaft wieder.

In einer der winzigen Gassen in Lissabon. Im Stadtteil Alfama bilden die Gässchen ein ganzes Labyrinth und man kann schnell einen halben Tag drin verbringen.

Hat dich das extreme Weitwinkel vielleicht etwas über das Fotografieren gelehrt?

Ja, das tut jedes Foto – besonders die, die nichts werden. Mein Blick hat sich zudem dem Objektiv angepasst, seit ich es habe. Mein fotografisches Auge sucht nach den Dingen, die in Weitwinkeloptik gut aussehen.

Mit Stativ oder ohne?

Ich schleppe nicht gern und bin eher ein Stativmuffel. Fast alle meine Langzeitbelichtungen sind auf Mauern, Stufen, meiner Handtasche und anderen geeigneten Ablagen entstanden.

Wohin geht Deine nächste Reise und wo möchtest Du unbedingt noch hin?

Meine nächste Reise ist noch nicht geplant, das geschieht immer sehr spontan. Ich will aber unbedingt mal nach Japan …

Ajuy auf Fuerteventura. Ich finde, der Insel wird oft Unrecht getan, viele sagen ja, sie bestehe aus Wüste und sei landschaftlich langweilig. Als ich da war, war alles voll wunderbarer Fotomotive.

Über den Autor: Caroline Lohrmann

Caroline Lohrmann (30) bereist von Hamburg aus die Welt und schreibt ihre sehr persönlichen Geschichten darüber in ihrem Blog Shavethewhales.net auf. Dabei gibt sie wertvolle Tipps, ist gleichzeitig humorvoll und tiefgründig und zeigt ein tolles Gespür für Fotografie und Design. Ihre eindrucksvollen Bilder von Menschen, Landschaften, Tieren und Architektur macht sie mit einer Nikon D5100 – am liebsten bestückt mit dem Tamron SP AF 10-24mm F/3.5-4.5 Di II LD Aspherical. Wenn Caroline nicht gerade für ihren Blog in der Welt unterwegs ist, arbeitet die studierte Kommunikationswissenschaftlerin als Übersetzerin und Guide auf internationalen Automobil-Events.

Erfahren Sie mehr über den Autor bei:

Ähnliche Artikel