Mit der Kamera in die Wetterküche

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Tamron Academy Workshop auf den Azoren

Mit der Kamera in die Wetterküche

Weit draußen im Atlantik liegen die Azoren. Fast 1.400 Kilometer vom portugiesischen Festland sind sie eher ein Geheimtipp für Wanderer und Radfahrer. Zumal die Inseln nicht wirklich für lang anhaltende Sonnenstunden bekannt sind. Schon eher als Wetterküche mit ständig wechselnden Bedingungen. Das perfekte Ziel also für unseren abwechslungsreichen Tamron Academy Workshop. Profifotograf Gordon Below und eine zehnköpfige Reisegruppe wissensdurstiger Fotografen haben sich von dem bisschen Regen jedenfalls nicht abschrecken lassen. Ausgerüstet mit spritzwassergeschützten Tamron-Objektiven, die die Teilnehmer vor der Reise ausleihen konnten, ging es für eine Woche lang auf Motivjagd auf Sao Miguel, der Hauptinsel der Azoren.

Ein Spruch auf den Azoren besagt: „Wenn Dir das Wetter nicht gefällt, dann warte fünf Minuten.“ Und ziemlich genau so erlebte auch die deutsche Reisegruppe die Insel. „Jeden Tag gab es bestimmt fünf oder sechs Wettersituationen. Von gefühlten vier Grad im Nebel und bis 25 Grad am Strand war alles drin. Man kam sich vor, als ob man durchs ganze Jahr wandert“, berichtet Gordon Below. Dies machte die Reise aber zum Fotografieren nur noch spannender, da sich immer wieder neue Möglichkeiten ergaben: „Die gleiche Location sah alle 15 Minuten anders aus, weil die Wolken anders waren und eine völlig neue Lichtstimmung herrschte.“

Als besonders hilfreich in der „Wetterküche“ erwies sich das Tamron 28-300mm Reisezoom-Objektiv für Vollformatkameras. Mit dieser extrem vielseitigen und gleichzeitig kompakten Optik ließen sich sehr viele Motive abdecken. So zum Beispiel bei Aufnahmen in der Stadt oder auch Tier- und Landschaftsaufnahmen. Mit dem „Immer-drauf“-Objektiv ist man für die meisten Situationen gerüstet. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man das Objektiv nicht wechseln muss, und dadurch der Sensor recht gut vor der hohen Luftfeuchtigkeit geschützt bleibt.

Als sehr flexibel erwies sich auch die Reiseleitung vor Ort. Die ersten drei Tage standen der Gruppe Jeeps zur Verfügung. Damit zu fahren macht nicht nur einen Riesenspaß, sondern ermöglichte es der Gruppe zudem, in Gebiete vorzudringen, die ein Bus nicht geschafft hätte. Zudem hatte man schnell eine neue Location erreicht, wenn die Witterung mal nicht mitspielte. „Die Azoren sind eine Mischung aus Allgäu und Sylt. Einerseits das Inselfeeling und Meeresklima, doch wenn man sich umdreht, hat man schon Berge und Vulkane im Hintergrund und kann schnell mal auf 1.000 Meter hochfahren, wo es ganz anders aussieht. Wenn es unten mal nicht schön war, sind wir kurz in die Berge gefahren“, erzählt Gordon Below. Dort liegen beispielsweise in einem zwölf Kilometer breiten Vulkankrater die beiden größten Seen der Azoren, der grüne Lagoa Verde und der blaue Lagoa Azur. Ein herrlicher Ort für fantastische Naturaufnahmen.

„Innerhalb einer Woche kann man extrem viel lernen“, so der Fotograf. „Zunächst haben wir die Interessen und den Wissensstand aller Teilnehmer erfasst. In einem kleinen Workshop wurde allen ein gemeinsamer Grundstock an Basiswissen erstellt. Während der Tage konnte man dann den Teilnehmern individuell weiterhelfen und ihnen bei Bedarf bei den Kameraeinstellungen – im wahrsten Sinne des Wortes – zur Hand gehen. Das hat hervorragend funktioniert.“ Abends wurden dann die Ergebnisse des Tages begutachtet und die Pläne für den nächsten Tag besprochen.

Die Themen reichten von Streetfotografie in urigen Fischerdörfern, über Landschafts- und Tieraufnahmen, Makrofotografie bis zur Eventfotografie. Während der Zeit der Reise fand das größte Festival der Azoren in der Hauptstadt Ponta Delgada statt. Eine stundenlange christliche Prozession, bei der die Einheimischen mit Musik durch die Straßen zogen. Als perfektes Objektiv für diese Art der Fotografie hatte Gordon Below das 10-24 mm von Tamron im Gepäck: „Besonders in engen Gassen funktioniert dieses extreme Weitwinkelzoom ganz hervorragend. Wenn man bei einer Veranstaltung wie dieser weit gefächert eine Atmosphäre aufbauen will, ist diese Optik ein Traum!“ Aber auch das profitaugliche Tamrons 24-70-mm-Standardzoom mit seiner lichtstarken durchgehenden Blende F/2,8 sorgte bei der Prozession, die sich bis in den Abend hineinzog, für traumhafte fotografische Erinnerungen.

Am anderen Ende des Brennweiten-Spektrums kam das Tamron 150-600 mm zum Einsatz. Dieses Ultra-Telezoom war bei einem weiteren Reisehighlight gefragt: dem Whale-Watching. Mit diesem Objektiv ist es möglich, die Meeressäuger vom Boot aus näher ranholen und formatfüllend ablichten. „Allerdings waren die Wale etwas scheu. Es war ab und an mal ein großer Rücken zu sehen oder ein paar Fontänen kamen aus dem Wasser. Dafür sind etliche Delfine um unser Boot herum gesprungen und haben uns allen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert“, erzählt Gordon Below.

Konkrete Fototipps bekamen die Teilnehmer für Langzeitbelichtungen bei Wasser und Wasserfällen. Für einige waren das dann auch ihre ersten Bilder mit Stativ. Wobei der Fotografie-Lehrer seine Schüler dazu ermuntert, eigene Perspektiven einzunehmen: „Es geht mir nicht darum, zu einer Location zu fahren und die tollste Perspektive aufzuzeigen, sondern die eigene Sichtweise der Foto-Interessierten zu schulen.“ Offenbar erfolgreich, wie die Ergebnisse zeigten und auch die Teilnehmer dieser harmonischen Gruppe abschließend urteilten.

Viele der Reisenden hatten vor, später ein Fotobuch zu erstellen. Dafür gab Gordon Below den Tipp, mit den Bildern eine Geschichte zu erzählen. Also nicht nur die absoluten Highlights, sondern möglichst auch kleine Details zu fotografieren. „Die Prozession ist toll. Aber fotografier’ doch mal die Arbeiter, die die Glühbirnen reinschrauben oder die Zuschauer, die sich freuen. Die geben das ganze Feeling wieder. So kann man einen viel besseren Eindruck vermitteln, was man erlebt hat, als wenn man nur die scheinbaren Highlights fotografiert. Das war bei vielen Teilnehmern ein Aha-Effekt“, so der erfahrene Fotoprofi.

Dass sich bei dieser Reise jeder seinem Foto-Hobby ohne Zeitdruck widmen konnte und der Trainer immer wieder auch auf individuelle Wünsche einging, wurde von den Teilnehmern sehr positiv beurteilt. Denn letztlich sollte die Reise ja auch etwas Erholung bieten und Urlaub vom Alltag sein. Wenn auch mit klarer Ausrichtung, wie diese Anekdote der Teilnehmerin Steffi Böing beschreibt: „Die Fotokamera wurde so gut wie nicht aus der Hand gelegt. So bewies eine Mitreisende ihre extreme Multitasking-Fähigkeit und fotografierte mit Keks im Mund und Weinglas und Käse in der linken Hand noch schnell mit der Rechten die diebischen Möwen am Hafen."

Über den Autor: Gordon Below

Gordon Below (41) arbeitet seit 25 Jahren als Fotograf. Er betreibt ein Fotostudio in Herrenberg bei Tübingen. Seine Hauptthemen sind klassische Porträtfotografie, Hochzeitsfotografie und Reportage. Seit ein paar Jahren gibt er Schulungen, um sein Fachwissen an Fotografie-Interessierte weiterzugeben. Dabei ist ihm wichtig zu vermitteln, dass Fotografie nicht am Computer entsteht, sondern in erster Linie Basisarbeit mit der Kamera ist.

Weitere Termine der Tamron Academy finden Sie hier.

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