Mit dem Ultra-Telezoom auf Reisen

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Praxistest: TAMRON SP 150-600mm F/5.6-6.3 Di VC USD

Mit dem Ultra-Telezoom auf Reisen

Fotograf Peter van Bohemen hätte sich nie träumen lassen, einmal mit einem 600mm-Teleobjektiv auf Reisen zu gehen. Jetzt hat er es gleich zweimal getan: Mit dem neuen Tamron SP 150-600mm F/5.6-6.3 Di VC USD flog er im Frühjahr nach Amerika – und schmuggelte es im Sommer sogar mit zum Familienurlaub.

Vor ein paar Jahren hätte Peter van Bohemen noch dankend abgewunken. „Ein 600mm-Teleobjektiv? Das schleppe ich im Urlaub ganz sicher nicht mit mir herum“, war er überzeugt. Doch dann kam das neue Tamron SP 150-600mm F/5.6-6.3 Di VC USD und der passionierte Fotograf aus dem niederrheinischen Schiefbahn konnte nicht widerstehen. „Zuerst wollte ich es gar nicht glauben, doch dieses Ultra-Telezoom-Objektiv wiegt nicht mal zwei Kilogramm und ist mit 26 cm Baulänge so kompakt, dass es mit der sonstigen Ausrüstung prima in meinen Fotorucksack passte. Beim Fotografieren lässt es sich problemlos auch ohne Einbeinstativ einsetzen und einfach am Kameragurt tragen.“

2400 Kilometer durch die USA

Seine erste Reise führte Peter van Bohemen von New York nach Miami. In zwölf Tagen rund 2400 Kilometer durch acht US-Staaten. Ein sportlicher Plan, der dem Fotografen nur wenig Zeit zum Verweilen ließ. Trotzdem gelangen mit dem 150-600mm-Telezoom viele großartige Aufnahmen. Durch den engen Bildwinkel lassen sich selbst weitentfernte Details groß ins Bild holen.

„Mit der langen Brennweite entdeckte ich viele Motive, die ich mit einem herkömmlichen Teleobjektiv nicht erreicht hätte. Ich konnte mich so auf einige untypische Aufnahmen konzentrieren, die sicher nicht jeder Fotograf bei einer Durchreise auf seiner Liste hat“, erzählt Peter van Bohemen begeistert.

Der extrem kleine Bildwinkel von, je nach Zoomstellung, 16 bis 4 Grad, erlaubt eine sehr dichte Komposition. Durch den engen Bildausschnitt scheinen Vorder- und Hintergrund näher beieinander zu liegen. „Vor allem bei den Wolkenkratzern in New York kommt dieser Effekt gut zum Tragen.“

Optisches Kräftemessen

Weiter ging es über Philadelphia nach Washington D.C. Dort stand natürlich auch das Weiße Haus auf der Fotoliste. Doch als Peter van Bohemen mit dem 600mm vor dem Amtssitz des US-Präsidenten Stellung bezog, geriet er plötzlich selbst ins Visier. „Ich lieferte mir sozusagen ein kleines optisches Duell mit einem der Sicherheitsmänner auf dem Dach, dem mein schwarzes Rohr auf dem Dreibeinstativ offenbar nicht ganz geheuer war. Statt von Touristen war ich auf einmal von mehreren gut gekleideten Herren umringt, die mich und meine Ausrüstung kritisch beäugten.“ Der Fotoenthusiast fotografierte zunächst tapfer weiter, entschied sich dann aber doch für den geordneten Rückzug. Ein intensives Frage-und-Antwort-Spiel mit den Men in Black hätte den ambitionierten Zeitplan der Reise gefährdet. „Während ich dort stand, ließ sich Barack Obama ohnehin nicht blicken.“

Am Capitol konnte er ungestört weitere Bilder schießen. In der Abenddämmerungen gelangen mit dem Ultra-Telezoom stimmungsvolle Zwielicht-Aufnahmen. Auch an den anderen Stationen der Reise – Richmond, Charleston, Savannah, Jacksonville und Miami – fotografierte Peter van Bohemen immer wieder auch bei relativ wenig Licht. „Dabei konnte ich häufig auf ein Stativ verzichten. Dank des Bildstabilisators des Tamron 150-600er muss man sich bei Freihandaufnahmen kaum Gedanken über die alte Verschlusszeitenregel machen.“

So fern und doch so nah

Zurück in Deutschland blieb kaum Zeit, um all die Fotos zu bearbeiten. Mit Kind und Kegel ging es weiter in die Ferien an der französischen Atlantikküste. „Obwohl es in erster Linie ein entspannter Familienurlaub sein sollte, packte ich die Kameraausrüstung in den Kofferraum – inklusive dem 150-600mm-Objektiv.“ Eine Entscheidung, die der Fotograf nicht bereuen sollte.

An der Dune du Pilat fotografierte Peter van Bohemen die Paraglider, die von der größten Wanderdüne Europas starten. Auf einigen der Bilder erscheinen die Gleitschirm-Piloten so nah, als wäre der Fotograf selbst mit Ihnen in die Luft gegangen. „Mit dem Ultra-Telezoom konnte ich die Motive so nah heranholen, dass es wirkt, als wäre ich Teil der Gruppe gewesen“, schwärmt er und lobt im gleichen Atemzug die hohe Abbildungsqualität des Tamron 150-600mm F/5.6-6.3 Di VC USD. Beim Reinzoomen in die Bilder zeigen sich die sehr guten Auflösungseigenschaften, welche die Wiedergabe von selbst kleinsten Details erlauben.

Um Farbsäume (chromatische Aberrationen) zu vermeiden, die typischerweise im Telebereich auftreten, haben die Tamron-Ingenieure gleich drei Low-Dispersion-Elemente im Objektiv verbaut. Überdies sind die Linsen vergütet mit der von Tamron neu entwickelten eBAND-Beschichtung, die unerwünschte Lichtreflexionen an den Glasoberflächen effektiv unterdrückt und so die Brillanz der Bilder steigert.

„Alles in allem hat mich das neue 150-600er von Tamron restlos begeistert. Dieses Objektiv bietet mir hohe optische Qualität, solide Verarbeitung sowie optimale Handhabung zu einem sehr attraktiven Preis. Ein tolles Gesamtpaket“, so lautet das Fazit von Peter van Bohemen, nach dem intensiven Praxistest. „Das Objektiv ist kompakt genug, um es immer dabei zu haben. Der riesige Brennweitenbereich und die ergonomisch geformte Stativschelle, die als praktischer Handgriff fungiert, machen es einfach, selbst von einem Standort aus viele verschiedene Motive zu fotografieren.“

Die Ausrüstung

„Ich habe eine umfangreiche Ausrüstung, von der ich immer das nutze, was ich am jeweiligen Tag gerade brauche. Neben zwei Vollformat-DSLRs – Canon EOS 5D III und EOS 6D – befinden sich in meinem Fotorucksack auch einige Festbrennweiten, ein Tilt-Shift-Spezialoptik sowie die folgenden Tamron-Objektive: Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD, Tamron SP AF 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1,
Tamron SP AF 28-75mm F/2.8 XR Di LD Aspherical [IF] Macro, Tamron SP 150-600mm F/5-6.3 VC USD.”

5 Tipps für Telefotografie

  1. Fotografieren Sie mit großer Blende, um mit dem Tele eine besonders schöne  Hintergrundunschärfe (Bokeh) zu erreichen. Je länger die Brennweite, desto besser der damit verbundene Freistellungseffekt.
  2. Durch die lange Brennweite verringert sich scheinbar die räumliche Tiefe im Bild. Nutzen Sie diesen Effekt gezielt, um die Bildelemente näher beieinander erscheinen zu lassen, als sie es in Wirklichkeit sind.
  3. Verwenden Sie die lange Brennweite, um weit entfernte Objekte, wie zum Beispiel scheue Wildtiere formatfüllend abzubilden. So entstehen Bilder, die vermuten lassen, Sie wären ganz dicht am Geschehen gewesen.
  4. Fotografieren Sie mit einem Stativ. So können Sie im Ultra-Tele-Bereich besser komponieren. Ein Einbein-Stativ ist praktisch, wenn Sie das Tele über einen längeren Zeitraum halten müssen.
  5. Schalten Sie bei Freihand-Aufnahmen den Bildstabilisator ein. Im Idealfall sparen Sie circa vier Belichtungsstufen, das heißt, selbst bei | 1/80 Sek. lassen sich bei 600mm Brennweite durchaus noch scharfe Fotos erzielen.

Über den Autor: Peter van Bohemen

Peter van Bohemen begann im Alter von 14 Jahren zu fotografieren. Damals noch analog, experimentierte er viel und gewann immer mehr Freude am Fotografieren. Seit 25 Jahren arbeitet der leidenschaftliche Fotograf hauptberuflich als Projektleiter bei einem Software-Hersteller. Dass sein Namen vielen Fotografen bekannt vorkommt, hat einen Grund: Im Jahr 2011 nahm er mit Erfolg für fotocommunity.de an der ersten FotoTV-Challenge teil.
www.vbohemen.de

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