Objektiv-Vergütung unter der Lupe

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So bewahrt Tamron Bilder vor Streulicht

Objektiv-Vergütung unter der Lupe

Nein, hier geht es weder um blinkende Chrom-Felgen noch um die Bezahlung ausstehender Rechnungen: Die Vergütung eines Objektives sorgt für noch besseres Licht in Ihren Fotos.

Weniger Verlust auf dem Weg zum guten Bild

Unter optischer Vergütung, auch Antireflex-Beschichtung genannt, versteht man die Veredelung der einzelnen Linsen in einem Objektiv. Das Licht muss also gleich mehrere gläserne Oberflächen passieren, bevor es vom Motiv auf den Sensor trifft. Hierbei besteht ein grundsätzliches Problem: Eine unbehandelte Glasoberfläche reflektiert das Licht – Streulicht und Geisterbilder sind die Folge. Zudem vermindert gestreutes Licht im Objektiv den Kontrast des Fotos und führt zu einem generellen Lichtverlust. Im Mittel beträgt der Reflexionsgrad circa fünf bis sechs Prozent.

Dieser optische Reflexions-Effekt ist vergleichbar mit dem akustischen Effekt in einem leeren Raum: Die nackten Wände werfen den Schall unkontrolliert zurück. Daher versehen Tonstudios Decken, Wände und Böden mit einer speziellen Isolation. In der Fotografie gibt es etwas ähnliches: Die einzelnen Linsen werden mit einer Vergütung versehen.

Praktisch bedeutet das, die Linsen werden mit Leichtmetallhalogeniden bedampft, sodass eine weichere Oberfläche entsteht, die Reflexionen vermindert.

Einzel- oder Mehrfach-Beschichtung

Bei der Herstellung von Foto-Objektiven kommen mehrere Arten von Vergütungen zum Einsatz. Das Ziel ist immer dasselbe: Das Streulicht so weit es geht zu minimieren, die Reflexion zu reduzieren, ohne die hohe Lichtdurchlässigkeit der Linse zu beeinträchtigen. Generell muss die Beschichtung der Linsen möglichst glatt und dünn sein.

Die günstigste Form der Vergütung ist die Einfachvergütung oder Einschichtvergütung (SC). Der Name ist hier Programm: Jede Oberfläche erhält eine einzelne Vergütungsschicht. Dieses Verfahren existiert seit dem 19. Jahrhundert, wurde jedoch inzwischen von moderneren Verfahren abgelöst.

Tamron nutzt die BBAR-Vergütung

Für eine extrem hohe Abbildungsqualität hat Tamron die BBAR-Vergütungstechnologie (Breitband, Antireflexion) entwickelt, die bei allen Tamron-Objektiven eingesetzt wird. Sie reduziert nicht nur Streulicht, sondern gewährleistet auch eine bestmögliche Farbbalance. Die Linsen in neueren Objektiven sind mit einer weiterentwickelten BBAR-Vergütung versehen, die für noch bessere Lichtdurchlässigkeit (Transmission) bei langen wie kurzen Wellenlängen sorgt.

Man erreicht diese Reflexminderung durch hauchdünne Schichten von Magnesiumfluorid, die auf die Glasoberfläche aufgebracht werden. Einschichtige Vergütungen wirken jedoch nur auf einen begrenzten Wellenlängenbereich und sind nicht sehr effektiv. Erst das Aufbringen von Schichten unterschiedlicher Dicke und mit unterschiedlichem Brechungsindex zeigt eine effektive Verminderung der Reflexion über einen großen Wellenlängenbereich.

Das folgende Diagramm (Diagramm 01) zeigt beispielhaft diesen Zusammenhang für ein bestimmtes Glas. Links wird der Reflexionsgrad in Prozent angezeigt und unten die Wellenlänge des Lichts. Die Reflexionen nehmen bei mehreren Vergütungsschichten deutlich über den ganzen Wellenlängenbereich ab.

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